Detail

Landau: Schnelle Hilfe in Pakistan ist "überlebenswichtig" - 17.08.10

Wien-Islamabad, 17.08.10 (KAP) Einen Appell, jetzt nicht auf die Millionen notleidenden Kinder, Frauen und Männer in Pakistan zu "vergessen", hat der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael Landau an die österreichische Bevölkerung gerichtet. Durch die schwierige politische Lage in Pakistan sei die internationale Hilfe umso wichtiger, sagte Landau am Dienstag in einem "Kurier"-Interview: "Wir dürfen jetzt nicht den Fehler machen und wegsehen und die Menschen in Pakistan im Stich lassen." Die Österreicher hätten heuer bereits nach dem Erdbeben in Haiti "ein großartiges Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit gesetzt" und sollten dies jetzt auch in diesem Fall tun, so die Bitte Landaus.

Nach aktuell vorliegenden Informationen handelt es sich beim Hochwasser in Pakistan "um eine der ganz großen Katastrophen der vergangenen Jahre", hebt der Caritas-Direktor hervor. Die Spendengelder verwendet das internationale Caritas-Netzwerk in der jetzigen ersten Phase der Katastrophe für Sofort- und Nothilfe. 28.000 Familien werden mit Lebensmitteln, Trinkwasser bzw. Wasserreinigungstabletten und Hygieneartikeln versorgt. Die derzeitige Hauptsorge ist laut Landau: "So paradox das klingen mag, Wasser, das die Katastrophe ausgelöst hat, wird jetzt zum entscheidenden Faktor. Denn sauberes Trinkwasser ist jetzt Mangelware."

Die Caritas Österreich habe seit Montagnachmittag mit Thomas Preindl einen Logistikexperten im Katastrophengebiet. Nach den enormen Zerstörungen von Straßen, Brücken und der Überschwemmung ganzer Landstriche ist es laut Landau eine große Herausforderung, die Opfer so schnell wie möglich mit Nothilfepaketen zu erreichen. "Angesichts der enormen Seuchengefahr ist es ein Wettlauf mit der Zeit", erklärte der Wiener Caritasdirektor. "Unsere Leute schauen, dass die Hilfslieferungen so nahe wie möglich zu den betroffenen Menschen kommen. Tatsache ist in Pakistan, dass die letzten Kilometer oft nur
noch mit Eseln oder zu Fuß zu bewältigen sind."

Die Caritas gehe nach einem eigenen Stufenplan vor, "der dem Spender die Sicherheit gibt, dass das Geld direkt bei den Hilfsbedürftigen ankommt". Man stütze sich auf verlässliche lokale Partnern, aber auch auf Caritas-Mitarbeiter aus Österreich vor Ort. "Alle Abrechnungen werden auf Punkt und Beistrich kontrolliert und von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft", wies Landau auf das Caritas-Sicherheitsnetz gegen missbräuchliche Verwendung von Spendengeldern hin.

Caritas-Einsatz im Taliban-Gebiet

Caritas-Fachmann Preindl sprach in einem "Österreich"-Interview von der "größten Flut, die dieses Land jemals betroffen hat". Die Caritas-Hilfe konzentriere sich derzeit auf das Swat-Tal, wo es vor zwei Wochen die erste Flutwelle gab. Das Tal liege im Einflussbereich der Taliban, der Einsatz dort sei gefährlich, so Preindl. "Die Lage der Menschen ist aber so verzweifelt. Es muss
einfach geholfen werden."

Spenden an die Caritas: PSK 7,700.004, BLZ 60.000, Kennwort
"Hochwasser Pakistan";

 

  • Seite drucken
  • Link versenden
  •                                                                         
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg!