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Bildung: Landau fordert umfassende Schulreform - 01.06.11
(KAP) Eine umfassende Schulreform, die ein "sozial nachhaltiges Schulsystem" errichtet und die gegenwärtige "Krise" des Bildungssystems durchbricht, fordert der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. Bildung brauche "Chancengleichheit" - davon sei jedoch die österreichische Bildungslandschaft angesichts von geschätzten rund 300.000 funktionalen Analphabeten "weit entfernt", so Landau in einem Gastkommentar für das Magazin "News". Es sei "höchste Zeit, dass das Kind und seine Zukunftsperspektiven im Mittelpunkt einer echten Bildungsreform stehen", da jedes Kind ein "Anrecht" darauf habe, "umfassend unterstützt und optimal gefördert zu werden".
Konkret fordert Landau eine grundlegende Strukturreform: So sei die "frühe Aufteilung der Kinder auf unterschiedliche Schulformen (...) nachteilig". Zugleich sei aber auch eine bloße Zusammenfassung der Kinder in einer Schulform nicht der richtige Weg, da dies eine "defizitorientierte" Pädagogik darstelle. Landau: "Was wir anstelle dessen brauchen, ist ein hohes Maß an Individualisierung in einer gemeinsamen Schulform bis zum Ende der Schulpflicht." Ganzheitliche und ganztägige Schulformen seien dabei laut Landau "keine Frage der Ideologie".
Weiters brauche es laut Landau eine "positive Fehlerkultur", eine höhere Eigenverantwortlichkeit der Schulen sowie weiterer sozialarbeiterischer und psychologischer Angebote an den Schulen und eine bessere Vernetzung der Schulen mit den sozialen Diensten.
Dem vom Industriellen Hannes Androsch betriebenen Bildungsvolksbegehren wünsche er vor diesem Hintergrund, "dass das Bildungsthema besser heute als morgen an Dynamik gewinnt", zugleich dankte Landau "für das Engagement" und die durch das Volksbegehren ausgelöste Debatte über das österreichische Bildungssystem, denn: "Unser Schulsystem war zu Zeiten Maria Theresias sicher hoch modern, heute ist es das nicht."
Landau abschließend: "Was wirklich zählt sind die Interessen der Kinder - und damit letztlich auch die des Gemeinwohls. Denn Bildung ist - um der Kinder willen - nicht Holschuld der Eltern, sondern subsidiär gesellschaftliche Bringschuld."
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