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"Ich habe gelernt, dass man andere nicht verspotten soll!" - 15.03.2012

Caritas startet Integrationsworkshops an zehn niederösterreichischen Schulen

"Integration" hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem polarisierenden Thema in Politik, Wirtschaft und Medien, aber auch im alltäglichen Zusammenleben von Menschen entwickelt. Aus diesem Grund organisiert die Gemeinwesenabteilung der Caritas der Erzdiözese Wien (Asyl & Integration NÖ) bereits seit 2009 gemeinsam mit zehn niederösterreichischen Gemeinden die Veranstaltungs- und Diskussionsreihe "ZusammenReden - Integrationsgespräche". Ziel der Reihe ist es, durch öffentlich zugängliche Diskussionen und gegenseitiges Kennenlernen zu mehr Toleranz und Austausch innerhalb der Gemeinden beizutragen. In diesem Jahr setzt die Caritas das Projekt erstmals unter dem Titel "ZusammenReden macht Schule" in Kooperation mit zehn Haupt- und Neuen Mittelschulen im Wein- und Industrieviertel um. In Integrationsworkshops mit SchülerInnen der dritten Klassen geht es um die Themen Rassismus, Diversität, Geschlechterverhältnisse, Flucht und Migration. Teamleiterin Mary Kreutzer, möchte mit dem Projekt erreichen, "dass sich Schülerinnen und Schüler kritisch und kreativ mit diesen Themen auseinandersetzen." Man wolle mit Hilfe von ExpertInnen Wissen vermitteln und so Einblicke in verschiedene Lebenswelten schaffen. "Das Projekt trägt zu einem friedlicheren und toleranteren Zusammenleben innerhalb der Schulen und auch innerhalb der Gemeinden bei", so Kreutzer. Diversität soll als Bereicherung und Herausforderung erkannt und verstanden werden.

Erste Erfahrungen aus der Medienmittelschule Neunkirchen - hier startete die Workshopreihe bereits Ende Februar - haben gezeigt, wie spannend das Hinterfragen von Stereotypen für die Jugendlichen sein kann. "Uns ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler dahingehend zu sensibilisieren und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich selbstständig mit den Themen Diversität, Rassismus und Integration auseinanderzusetzen", erklärt die Neunkirchner Caritas-Mitarbeiterin Birgit Kögler, die die Workshops vor Ort begleitet. "Integration beginnt immer mit Kommunikation, mit Neugier, und auch der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen!" Die Neunkirchner SchülerInnen zeigten sich vom Projekt und den vielfältigen Workshops auf jeden Fall begeistert. So war z.B. das Umtexten von Songs des Rappers Bushido für viele ein absolutes Highlight. Ein Schüler meinte im Anschluss an das Projekt: "Wir haben gelernt, wie sich Ausländer fühlen, wenn sie beschimpft werden".

Pro Schulklasse finden drei unterschiedliche Workshops zu je vier Unterrichtsstunden statt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Themen Flucht, Rassismus, Vorurteile, interkulturelle Kommunikation, Geschlechterverhältnisse, Menschen- und BürgerInnenrechte, Minderheiten und Mehrsprachigkeit. Durchgeführt werden die Workshops von Expertinnen und Experten, die thematisch bereits des Öfteren mit Jugendlichen zusammengearbeitet haben und einen großen Erfahrungsschatz mitbringen. 

"ZusammenReden macht Schule" ist ein Projekt der Caritas der Erzdiözese Wien (Asyl & Integration NÖ) und wird vom Bundesministerium für Inneres, dem Land Niederösterreich, den Gemeinden Ebreichsdorf, Gloggnitz, Guntramsdorf, Korneuburg, Neunkirchen, Tulln und Wiener Neustadt sowie von der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung gefördert.

Nähere Informationen unter www.zusammenreden.net/_macht_schule

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