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Wien: Hohe Auszeichnung für Caritas und Diakonie - 29.03.12

Copyright: David Bohmann/PIDv.li.n.re.: Dir. Mag. Michael Chalupka, DDr. Michael Landau , Bgm Dr. Michael Häupl, Rektor Mag. Michael Bubik, (c) David Bohmann/PID

(KAP) Caritasdirektor Michael Landau und  Diakoniedirektor Michael Chalupka sind mit dem Goldenen Ehrenzeichen  für Verdienste um das Land Wien ausgezeichnet worden. Wiens  Bürgermeister Michael Häupl würdigte bei der Verleihung am  Mittwochvormittag im Rathaus, dass Caritas und Diakonie in vielen  Bereichen einen unverzichtbaren Beitrag für die Menschen in der 
Bundeshauptstadt leisten würden. Neben ihren sozialen Leistungen  stünden die beiden kirchliche Organisationen auch für eine "Haltung  des Miteinanders". Er sei auch dankbar dafür, so Häupl, dass Caritas  und Diakonie immer wieder die Stimme erheben, um gegen Aufhetzung  von Menschen aufzutreten. 

Caritasdirektor Landau mahnte in seiner Dankesrede, dass der  Sozialstaat kein "beliebig verschlankbares Anhängsel zur Wirtschaft"  sei, "sondern ein notwendiger Ausdruck für die Würde des Menschen,  eine Investition in den sozialen Zusammenhalt, in den sozialen  Frieden". Eine reine Spardebatte angesichts der gegenwärtigen  Wirtschaftskrise greife zu kurz: "Es geht zuerst und zuletzt um die  Frage der Ziele, der Prioritäten, des Menschenbilds und daher um die  Erfordernisse von Fairness und Gerechtigkeit. Ich hoffe, dass Wien  das auch in Zukunft leben und deutlich machen wird." 

Als besonders dringlich erachtete der Caritasdirektor  Zukunftsperspektiven für Kinder und Jugendliche und neue Visionen in  der Politik. "Aus meiner Sicht braucht es dringend so etwas wie eine  Repolitisierung der Politik, gerade angesichts der Skandale und des  Nicht-mehr-Glaubens an demokratisch gewählte Volksvertreter", so  Landau wörtlich. In Zeiten der Krise wären Zukunftsvisionen für  viele Menschen klare und positive Anhaltspunkte, um diese Zukunft  auch mitzugestalten. 

Diakoniedirektor Chalupka sah die Hauptaufgabe seiner Organisation  darin, "dort modellhaft Projekte zu realisieren", wo es soziale und  gesellschaftliche Lücken gibt. Das sei beispielsweise mit dem  sozialmedizinischen Zentrum "Amber-Med" der Fall, wo nicht  versicherte Personen medizinisch betreut sind. Eine Vorreiterrolle  versuche man auch im Bereich der Pflege zu spielen, so Chalupka:  "Die Gesellschaft trägt Verantwortung auch für jene Mitglieder,  deren Kräfte nachlassen." Selbiges Prinzip der Verantwortung gelte  auch gegenüber Flüchtlingen, die Schutz in Österreich suchen. 

Positiv hoben sowohl Landau als auch Chalupka hervor, dass sie als  Vertreter einer katholischen bzw. evangelischen Hilfsorganisation  gemeinsam geehrt würden. Er sei überzeugt, so Landau, "dass das  gemeinsame Zeugnis der Kirchen zunehmend wichtiger wird, nicht  zuletzt die gemeinsame Botschaft, dass der Einsatz für Gott und der  Einsatz für die Menschen untrennbar zusammen gehören." Gemeinsam  gelte es, die die Ursachen der Übel zu bekämpfen und nicht nur die  Symptome. 

An dem Festakt im Wiener Rathaus nahmen u.a. auch Weihbischof Helmut  Krätzl, der lutherische Bischof Michael Bünker, der reformierte  Landessuperintendent Thomas Hennefeld, der methodistische  Landessuperintendent Lothar Pöll und der Wiener lutherische  Superintendent Hansjörg Lein teil. Michael Bubik, Geschäftsführer  der Flüchtlings- und Katastrophenhilfe der evangelischen Diakonie,  wurde mit dem Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien  ausgezeichnet. 

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