Oder Nastja, elf Jahre alt. Die Eltern trinken. Wenn sie es nicht mehr aushält, kommt sie auch um zwei Uhr morgens ins Straßenkinderzentrum. Wenn ihr Vater betrunken ist, wird er gewalttätig und lacht dabei. Sie ist sehr eingeschüchtert, spricht kaum und geht nur selten in die Schule. In der Stadt Angarsk in Sibirien beträgt die Zahl der offiziell bei der Polizei registrierten Straßenkinder 364. Die Dunkelziffer liegt jedoch wesentlich höher, meint Schwester Michalina. Sie und zwei Mitschwestern kümmern sich seit dem Jahr 1999 um Straßenkinder in Angarsk.
Bis zu 55 Straßenkinder und Kinder aus armen Familien erhalten täglich eine warme Mahlzeit, Bekleidung und bekommen Unterstützung beim Lernen. Viele haben infolge der traumatischen Bedingungen unter denen sie aufwachsen Lernschwierigkeiten. Genauso wichtig sind für die Kinder die Wärme und Liebe der Schwestern. Zum ersten Mal in ihrem Leben werden sie angenommen, so wie sie sind. Bei den Schwestern brauchen sie keine Angst zu haben, nicht vor Schlägen, nicht vor der Polizei. mehr





