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Fakten-Check Asyl

In den letzten Tagen und Wochen gab es viel Aufklärung rund um das Thema Asyl, aber gerade in den sozialen Medien gab es auch viel Angstmache oder gar Hetze. Mit den folgenden Zahlen, Daten und Fakten wollen wir Ihnen Hintergrundinformationen zum Thema Flucht & Asyl geben, sowie einen guten Überblick wie die Caritas hilft und wobei wir Unterstützung brauchen.

 

Was, außer dem Schrecken eines Krieges, treibt Menschen dazu ihre Heimat zu verlassen?

Viele Flüchtlinge werden verfolgt, weil sie andere Meinungen vertreten als das herrschende Regime oder ihren eigenen Glauben behalten wollen. Angehörigen sexueller Minderheiten droht in vielen Ländern nach wie vor die Todesstrafe, manche Mädchen und Frauen versuchen durch die Flucht einer Zwangsheirat zu entkommen. Aber auch Naturkatastrophen und anhaltende Dürren zwingen Menschen oft dazu von ihrem eigenen Grund und Boden zu flüchten.

Ende 2014 waren 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

Davon waren 38,2 Millionen Binnenvertriebene und 21,3 Millionen Flüchtlinge & AsylwerberInnen.

 

Wohin fliehen diese Menschen?

Die meisten fliehen dabei einmal an einen sicheren Ort innerhalb ihres Landes. Nur ein Drittel setzt den Fuß über die Grenze. 95% aller syrischen Kriegsflüchtlinge wurden in den Nachbarländern aufgenommen. Zum Beispiel im Libanon, einem Land nicht größer als Tirol. Neben 4,4 Millionen Einheimischen leben hier heute über 1 Million Flüchtlinge. Jeder zweite davon ist ein Kind. Umso wichtiger ist es in den rasch errichteten Flüchtlingscamps, neben Unterkunft, Essen und medizinischer Versorgung auch Bildung zu ermöglichen. Abgesehen davon bietet das Leben in den Camps niemandem eine langfristige Perspektive.

Die größten Flüchtlingsaufnahmeländer sind:

1. Türkei (1,59 Millionen)

2. Pakistan (1,51 Millionen)

3. Libanon (1,15 Millionen)

4. Iran (982.000)

5. Äthiopien (659.000)

6. Jordanien (654.100)

 

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit stammt aus nur drei Ländern:

1. Syrien (3,88 Millionen)

2. Afghanistan (2,59 Millionen)

3. Somalia (1,11 Millionen)

86% aller Flüchtlinge weltweit finden in sogenannten Entwicklungsländern Zuflucht.

Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder unter 18 Jahren.

 

Wie gelangen Flüchtlinge nach Europa?

Nur die wenigsten, meistens junge gesunde Männer, auf denen die Hoffnung ihrer ganzen Familie ruht, können die körperlichen Strapazen und die Kosten einer weiteren Flucht, zum Beispiel nach Europa auf sich nehmen. Denn wer flüchtet ist meist illegal unterwegs, meist unter gefährlichen Umständen - zu Fuß auf verborgenen Wegen, versteckt im Laderaum eines LKWs oder auf überfüllten Schiffen. Und immer mit der Angst erwischt und zurück geschickt zu werden.

2014 haben in Europa ca. 625.000 Personen um Asyl angesucht, 4% davon in Österreich. Die Anerkennungsquote lag bei etwa 25%.

Für 2015 werden in Österreich zwischen 50.000 und 70.000 Asylanträge erwartet. Derzeit sind etwa 38.700 Personen in Österreich in Grundversorgung.

 

In früheren Krisen hat Österreich bedeutend mehr Flüchtlinge aufgenommen als aktuell:

1956/57 kamen rund 180.000 Menschen aus Ungarn

1968 flüchteten 162.000 aus der damaligen Tschechoslowakei

nach dem Zerfall Jugoslawiens hat Österreich rund 90.000 Flüchtlinge aufgenommen

Selbst wenn die Prognosen des Innenministeriums stimmen und tatsächlich 70.000 Menschen nach Österreich kommen, sind das 0,8 Schutzsuchende auf 100 Einwohner. Gleichzeitig haben 75% der Gemeinden noch niemanden aufgenommen.

 

Wie sieht die rechtliche Situation von Flüchtlingen in Österreich aus?

Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges gibt es eine internationale Übereinkunft, die Genfer Flüchtlingskonvention. Auch Österreich hat sich dazu verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen, ihnen zu essen und ein Dach über dem Kopf zu geben. Und zwar so lange bis in einem rechtlichen Verfahren geklärt worden ist, ob sie Asyl also Schutz erhalten und in Österreich bleiben können. In dieser Zeit hilft die Caritas den Menschen bei Behördenwegen, mit Kleidern, Möbeln, und mit Gelegenheiten sich aktiv am Gemeindeleben beteiligen zu können.

Asylsuchende bekommen in Österreich die so genannte Grundversorgung. Diese wird dann gewährt, wenn der Asylsuchende mittellos ist, also weder Geld noch sonstiges Vermögen hat. Asylsuchende dürfen in Österreich während des Asylverfahrens nur sehr eingeschränkt arbeiten, daher ist die Unterstützung durch die Grundversorgung für viele lebensnotwendig. Asylsuchende haben keinen Anspruch auf Mindestsicherung (das ist die frühere Sozialhilfe), Familienbeihilfe oder Kinderbetreuungsgeld.

In organisierten Unterkünften:

Selbstversorgungsquartiere: In sogenannten Selbstversorgungsquartieren, kümmern sich die AsylwerberInnen selbst um ihre Verpflegung und erhalten dafür pro Tag je nach Bundesland zwischen € 3,50 und 6,50.

Vollversorgungsquartiere: € 40 Taschengeld pro Person und Monat für alle persönlichen Ausgaben.

Selbstständiges Wohnen:

Eine Familie erhält einen maximalen Zuschuss pro Monat von € 240 für Miete und Betriebskosten.

Für eine Einzelperson wird ein Zuschuss zur Miete in Höhe von € 120 pro Monat ausbezahlt.

Erwachsene erhalten ein Verpflegungsgeld von € 200, Minderjährige € 90 pro Monat.

Zu bezahlen ist die Miete, Betriebskosten, das Essen sowie alle sonstigen Ausgaben.Zusätzlich bekommen AsylwerberInnen Gutscheine für Bekleidung (€ 150 pro Jahr) und Schulgeld für die Kinder (€ 200)