Gemeinsam Wunder wirken

Chancen für Flüchtlinge im neuen Zuhause

19.06.15

v.l. oben: Alicia Allgäuer (Caritas), Tarik Yilmaz (ÖJAB), Anette Schawerda (Integrationsservice der LAK), Doris Schulz (Land NÖ, Grundversorgungsstelle), Dieter Posch (Bürgermeister Neudörfl)v.l. unten: Hristina Dakic und Matthias Drexel (Caritas), Maximilian Titz (Bürgermeister St. Andrä-Wördern), Nizwar Mutwali (Asylwerber), Margerita Piatti (Caritas), Wolfgang Zeppelzauer (Grenzenlos Solidargruppe)

Am Bild v.l. oben: Alicia Allgäuer (Caritas), Tarik Yilmaz (ÖJAB), Anette Schawerda (Integrationsservice der LAK), Doris Schulz (Land NÖ, Grundversorgungsstelle), Dieter Posch (Bürgermeister Neudörfl)

v.l. unten: Hristina Dakic und Matthias Drexel (Caritas), Maximilian Titz (Bürgermeister St. Andrä-Wördern), Nizwar Mutwali (Asylwerber), Margerita Piatti (Caritas), Wolfgang Zeppelzauer (Grenzenlos Solidargruppe)

 

Caritas und Gemeinde St. Andrä-Wördern luden am 18. Juni 2015 zur ersten Runde der "ZusammenReden"-Integrationsgespräche 2015

 

Im grünen Garten des ÖJAB-Flüchtlingswohnheimes in Greifenstein diskutierten am 18. Juni rund 60 Personen über das Thema Partizipation und Chancen für Flüchtlinge. Die Veranstaltung wurde vom Caritas-Projekt "ZusammenReden" mit Unterstützung der Stadtgemeinde St-Andrä-Wördern und dem Verein ÖJAB organisiert. Neben interessierten BürgerInnen, AsylwerberInnen und Ehrenamtlichen waren auch zahlreiche GemeinderätInnen und Bürgermeister Maximilian Titz unter den Gästen.

 

Über das Potential von Gemeinden zur Integration von Flüchtlingen und die Frage "Wie kann eine gelungene Einbindung von Flüchtlingen in das soziale Leben von Gemeinden gelingen?" diskutierten Tarik Yilmaz (Österreichische Jungarbeiterbewegung), Wolfgang Zeppelzauer (Verein Grenzenlos - Solidargruppe), Nizar Mutwali (Asylwerber, Sudan), Dieter Posch (Bürgermeister von Neudörfl), Doris Schulz (Amt der NÖ Landesregierung, Grundversorgungsstelle) und Anette Schawerda (Integrationsservice der NÖ Landesakademie).

 

Nizar Mutwali, der seit einem Jahr in Österreich lebt und in Greifenstein ein neues Zuhause gefunden hat, schätzt vor allem die österreichische Höflichkeit und die Hilfe der Ehrenamtlichen und freut sich über die gute Aufnahme. Wünschen würde er sich lediglich mehr persönlichen Kontakt mit der lokalen Bevölkerung sowie Gelegenheiten, mehr über die österreichische Lebensweise zu erfahren. "Man könnte in der Stadt öffentliche Veranstaltungen organisieren, wo Leute zusammenkommen und sich austauschen", schlägt Mutwali vor, der in seiner Heimat als Arzt tätig war.

 

In der Integrationsdebatte stehen AsylwerberInnen oft am Rande. Die Integration beginnt, so Doris Schulz vom Land NÖ, erst ab dem Zeitpunkt der Asylzuerkennung. Während Flüchtlinge auf die Entscheidung des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl warten, die mitunter mehrere Jahre dauern kann, fördert der Staat keine Integrationsmaßnahmen. "Aber zivilgesellschaftliches Engagement ist sehr wichtig und erwünscht. Unser Ziel ist es, die Akzeptanz dieses Themas in der Bevölkerung zu erhöhen." Ein Problem sieht Wolfgang Zeppelzauer darin, dass sofort nach Erhalt eines positiven Asylbescheids enorme Integrationsleistungen erwartet werden: "Wir wollen eine Art "Wilkommens-Service" für die Flüchtlinge sein, damit wir gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start in das neue Leben schaffen können ", so der Gründer des Projekts "Grenzenlos Solidargruppe" in Greifenstein/St. Andrä-Wördern.

 

Eine derartige Willkommenskultur pflegt die Gemeinde Neudörfl im Burgenland schon seit Jahren. Sie gilt als eine der Vorzeigegemeinden für erfolgreiche Unterbringung und Einbindung von AsylwerberInnen ins Gemeindeleben. Am Podium saß der Neudörfler Bürgermeister und diskutierte im Anschluss mit den Anwesenden am Runden Tisch über sein politisches Engagement und persönliche Erfahrungen mit Flüchtlingen. "Ich bin ein Bürgermeister für alle, die in meiner Gemeinde wohnen, egal woher sie kommen oder wie lange sie da sind", bekräftigt Posch. "Wir haben uns in Neudörfl abgewöhnt, von einer Quote zu sprechen, weil das abwertend ist. Es geht um die Menschen hinter den Asylstatistiken."

 

Auch der Vertreterin des Integrationsservice der NÖ Landesakademie, Anette Schawerda, geht es um die konkreten Menschen und das Zusammenleben: "Wir versuchen in unserer Arbeit als erstes zu zeigen, dass man die Leute nicht in "Einheimische" und "Fremde" aufteilen kann, sondern dass wir als Gesellschaft schon immer sehr vielfältig waren und sind." Diese Einstellung bietet laut Schawerda eine gute Basis für ein gutes Zusammenleben.

 

Die Integrationsgespräche St. Andrä-Wördern werden in Zusammenarbeit zwischen der Caritas Wien und der Gemeinde St. Andrä-Wördern veranstaltet und vom Land Niederösterreich sowie dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres gefördert.

 

Der nächste Diskussionsabend der "ZusammenReden"- Reihe in St. Andrä-Wördern findet im Oktober statt.

 

Mehr Informationen dazu auf der Webseite unter http://www.zusammenreden.net