Gemeinsam Wunder wirken

Caritas: Situation in Traiskirchen bis heute humanitäre Tragödie

06.08.15

Willkommenspakete für Flüchtlinge in Traiskirchen

„Der Aufnahmestopp ist ein erster guter Schritt, aber es braucht rasch eine Gesamtstrategie Asyl“, so Generalsekretär Schwertner. Caritas schafft weitere Quartiere für Flüchtlinge


Der Aufnahmestopp in Traiskirchen ist ein erster guter Schritt, aber die Situation vor Ort gleicht einer humanitären Katastrophe. "Hunderte schutzsuchende Männer, Frauen und Kinder sind nach wie vor zur Obdachlosigkeit gezwungen. Sie schlafen auf dünnen Decken, bei Hitze und Starkregen unter freiem Himmel", betont Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. Aufgrund der nicht tragbaren Situation unterstützt die Caritas den Vorschlag eines Hilfseinsatzes des Bundesheeres, ähnlich wie nach Hochwasserkatastrophen. "Wir sind über jede Maßnahme froh, die dabei hilft, die Not der Menschen zu lindern. Dennoch müssen Bund, Länder und Gemeinden endlich einen gemeinsamen Schulterschluss wagen und noch mehr Verantwortung für schutzsuchende Menschen übernehmen." Und solange Flüchtlinge unter freiem Himmel schlafen, ist es laut Caritas höchst an der Zeit, die Türen der Kasernen zu öffnen und, bis es ausreichend feste Quartiere gibt, befristet für die obdachlosen Menschen Zelte im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen aufzustellen.

"Was es braucht ist eine Gesamtstrategie in der  Asylpolitik - besser heute als morgen. Nur ein Schulterschluss von Bund, Ländern, Gemeinden und der Zivilgesellschaft kann dazu führen, dass kein Kind, das vor Verfolgung, Folter und Tod fliehen musste, in Österreich zur Obdachlosigkeit verurteilt wird", fordert Schwertner. Neben einer notwendigen europäischen Lösung wird es in Zukunft auch weiterhin darum gehen, geflüchteten Menschen ein Ankommen in Österreich zu ermöglichen.

Wir helfen.
Die Erstaufnahmestelle Traiskirchen ist nach wie vor ein Ort der Schande, rund um Gelände des Erstaufnahmezentrums ist aber so etwas wie ein Ort der Menschlichkeit und Solidarität entstanden. "Viele wollen ihre Augen vor der Not dieser Menschen nicht verschließen und packen mit an. Dank der Unterstützung und des großartigen Engagements vieler Freiwilliger und der überwältigenden Spendenbereitschaft ist es der Caritas möglich, hier rasch Hilfe zu leisten.

Hilfe in Traiskirchen
Die Caritas der Erzdiözese Wien ist mit dem Omni.bus in Traiskirchen vor Ort. Freiwillige haben allein gestern 250 Hygienepakete, Schlafsäcke, T-Shirts sowie Spielsachen für Kleinkinder verteilt. Zu den Öffnungszeiten des Omni.Bus - Mo bis Sa von 14.00 - 19.00 Uhr Wo: Otto-Glöckel-Straße 29, 2514 Traiskirchen

Weitere Plätze für Flüchtlinge
In den kommenden Tagen wird die Caritas ein Quartier für 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Wien eröffnen und eine Reihe von zusätzlichen Quartieren und Plätzen werden in den kommenden Wochen folgen.

Flüchtlingshilfe der Caritas

Österreichweit betreut die Caritas bereits 30 Prozent der AsylwerberInnen in der Grundversorgung. Mehr als 4.400 AsylwerberInnen im Rahmen der Grundversorgung - knapp die Hälfte davon in Klöstern und pfarrlichen Einrichtungen. Zusätzlich werden 10.500 Menschen mobil betreut. Die Caritas konnte so in den vergangenen zwölf Monaten 1.700 zusätzliche Plätze für schutzsuchende Menschen schaffen. In der mobilen Betreuung werden heute, verglichen mit Juli 2014, doppelt so viele Menschen versorgt.