Gemeinsam Wunder wirken

Caritas: Neue Flüchtlingsquartiere in Guntramsdorf und Eggenburg

15.09.15

Schwertner: „Es gibt immer mehr Gemeinden der Mitmenschlichkeit in Österreich: Ab sofort gehören auch Guntramsdorf und Eggenburg dazu.“ Insgesamt finden an beiden Orten zusammen 69 Kinder und Jugendliche eine neue Bleibe.

 

Heute, Dienstag, eröffnet die Caritas in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Guntramsdorf und Unternehmern aus dem Ort ein Quartier für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Ein zweites Quartier wird am 21. September in Eggenburg bewohnt werden. „Wir sind sehr froh, dass immer mehr Gemeinden in Niederösterreich und darüber hinaus in ganz Österreich Menschen bei sich aufnehmen, die vor Krieg, vor Folter und Tod geflohen sind. Immer mehr österreichische Gemeinden setzen damit ein konkretes Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit“, betont Klaus Schwertner, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien. 

 

In Guntramsdorf werden 24 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren in der Wohngemeinschaft „Veli“ ein neues Zuhause und professionelle Unterstützung für einen Neuanfang finden. „Veli heißt auf Finnisch Bruder und auf Türkisch Beschützer“, sagt Schwertner. „Wir glauben, dass diese schutzsuchenden Menschen in Guntramsdorf beides finden können: Einen Ort der Sicherheit und einen Ort der Solidarität und Mitmenschlichkeit. Für diese Unterstützung sind wir als Caritas sehr dankbar.“ Die Situation in Traiskirchen ist besonders für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dramatisch. Nach wie vor leben hunderte Kinder und Jugendliche vor Ort unter schwierigsten Bedingungen. Viele von ihnen haben nach wie vor kein Bett zur Verfügung und müssen die Nächte obdachlos im Freien auf Pappkartons und mit dünnen Decken bedeckt verbringen. Bürgermeister Robert Weber (SPÖ): „Ohne Schulterschluss und gemeinsame, solidarische Kraftanstrengung kann die aktuelle Situation nicht gelöst werden. Einem Wegschauen oder gar politische Hetze wird mit diesem Projekt eine klare Absage erteilt! Ich sehe es als Aufgabe der Politik, hier einen humanitären Beitrag zu leisten. Rasch, unbürokratisch und ohne unseren Ort damit zu überfordern. Aber gerade die Schwächsten, die Kinder und Jugendlichen, brauchen jetzt unser aller Hilfe! Dazu gehört auch, dass ich mich persönlich bemühen werde, unsere Bürgerinnen und Bürger zu informieren, damit eine Integration im täglichen Leben rasch funktioniert und Vorurteile abgebaut werden!“  In Guntramsdorf gelang es, ein ehemaliges Hotelgebäude als vorläufige Unterkunft zur Verfügung zu stellen. Eben dieses Hotel steht ab sofort 24 Kindern und Jugendlichen zur Verfügung. Die Betreuung übernimmt die Caritas. Parallel wird in Guntramsdorf an einer langfristigen Unterbringungsmöglichkeit (ab Frühjahr 2016) geplant und festgehalten.

 

Ähnlich auch die Situation in Eggenburg, wo 45 Kinder und Jugendliche im Lindenhof, einem ehemaligen Kinderwohnheim der Gemeinde Wien, Quartier beziehen. Die ersten Flüchtlinge werden in der „WG Said“ am 21. September erwartet. Bürgermeister Georg Gilli (ÖVP): „Wir als Gemeinde Eggenburg wollen uns unserer Verantwortung nicht entziehen. Was gerade in der Welt passiert ist eine menschliche Katastrophe. Wir sehen es als unsere Aufgabe, den Menschen, die zu uns kommen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen und ihnen ihre Würde zu lassen. Die Bereitschaft der Bevölkerung von Eggenburg den Asylwerbern zu helfen, ist sehr groß. Und es gibt sehr viele Freiwillige, die im Bereich Sprache helfen wollen. Vor vierzehn Tagen haben wir eine Syrische Familie aufgenommen - die Eltern sprechen sehr gut Deutsch. Auch sie werden uns bei den 45 Jugendlichen, die unsere Sprache lernen, unterstützen.“ 

 

UnterstützerInnen dringend gesucht

„Neben einem Dach über dem Kopf, Essen und Kleidung, begleiten wir die Kinder und Jugendlichen hier wie dort in ihrem Alltag“, so Schwertner. „Ziel ist es, den Jugendlichen. durch einen geregelten Tagesablauf und verlässliche Beziehungsangebote, Sicherheit und Selbstvertrauen zu geben. Wir wollen Ihnen die Neuorientierung in einer unbekannten Umgebung erleichtern und ihnen in der Folge Ausbildung, Arbeit und somit ein selbständiges Leben ermöglichen. Schon jetzt bin ich den GuntramsdorferInnen und den EggenburgerInnen für ihre Unterstützung dankbar.“

 

In beiden Gemeinden werden noch freiwillige UnterstützerInnen und HelferInnen gesucht. 

- In Guntramsdorf: Unter der von der Gemeinde geschaffenen Plattform „Guntramsdorf hilft“ organisiert die Gemeindeverwaltung die Zusammenarbeit zwischen freiwilligen Helfern aus dem Ort, unseren Pfarren und der Caritas, damit die benötigte Unterstützung auch dort ankommt wo sie gebraucht wird. www.guntramsdorf.at/guntramsdorfhilft

- In Eggenburg können Interessierte, die den Flüchtlingen helfen möchten – sei es mit Sachspenden oder bei der Mitgestaltung der Tagesprogramme - einfach ein E-Mail an willkommenmensch.eggenburg@gmail.com schicken.

 

In der Flüchtlingsarbeit reichen die Mittel der Grundversorgung meist nicht für eine umfassende Betreuung aus, deshalb ist die Caritas für viele Projekte auf Spenden angewiesen. Sei es die Finanzierung von Deutschkursen oder Freizeitaktivitäten.

Caritas Spendenkonto

BIC: GIBAATWWXXX / IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000 

Kennwort Flüchtlingsfonds

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