Gemeinsam Wunder wirken

Hilfe und Begegnung auf gleicher Augenhöhe

01.10.15

v.l. vorne Martin Fasan; Nadja Lehner; Alicia Allgäuer; Hristina Dakic; Peter Hyll // v.l. hinten Livia Klingl; Sabine Gösker

Caritas und Gemeinde Neunkirchen luden am 1. Oktober 2015 zur ersten Runde der „ZusammenReden“-Integrationsgespräche 2015. Rund 60 Personen diskutierten über das Thema Partizipation und ehrenamtliches Engagement. Neben interessierten BürgerInnen und motivierten Ehrenamtlichen waren auch zahlreiche GemeinderätInnen, Vizebürgermeister Martin Fasan sowie der Bezirkstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes, Walter Grashofer, unter den Gästen.

 

Über eigene Erfahrungen, Best-Practice-Beispiele aus der Flüchtlingsarbeit und das Zusammenleben mit Menschen verschiedenster Herkunft diskutierten Livia Klingl (Journalistin und Autorin), Sabine Gösker (Mitbegründerin der BürgerInneninitiative Klosterneuburg hilft) und Peter Hyll (Leiter der mobilen Flüchtlingsbetreuung – Caritas, Asyl & Integration NÖ). DIe zentrale Fragestellung lautete: Welche Chancen und Potentiale, aber auch welche Hindernisse und Ängste bestehen, und wie kann diesen begegnet werden?

 

Im Laufe des Abends wurden auch einige der häufigsten Fragen zum Thema Asyl angesprochen: Warum kommen „alle“ zu uns? Warum kommen „nur“ Männer oder warum haben Flüchtlinge Smartphones? Dazu betonte Livia Klingl: „Flüchtlinge unterscheiden sich im Charakter nicht von anderen Menschen, außer dass sie flüchten mussten.“ Berührungsängste sind trotzdem in jeder Gemeinde zu spüren. Diese zu überwinden und den Menschen auf gleicher Augenhöhe zu begegnen, ist für die Integrationsarbeit ein sehr wichtiger erster Schritt. „Ich kann jedem raten, sich diesen Menschen, die zu uns flüchten, anzunähern, weil wir davon nur profitieren können.“

 

Auch Sabine Gösker betonte die Notwendigkeit des Miteinanders: „Gemeinsame Aktivitäten verbinden alle Menschen. In Klosterneuburg konnten wir nicht nur viel von und mit den Flüchtlingen lernen, sondern uns auch endlich gegenseitig besser kennenlernen..“ Peter Hyll gab auch konkrete Tipps an die Ehrenamtlichen: „Wenn die Menschen neu ankommen, brauchen sie oft zuerst einmal Ruhe, um sich zu erholen. Also nicht aufgeben, wenn sich an den ersten Aktivitäten wenig Menschen beteiligen. Ein Willkommensfest zu Beginn kommt aber immer sehr gut an.“

 

Das Rote Kreuz plant mehrere Projekte in der Region; konkret sollen in Neunkirchen nächste Woche rund 50 Personen in ein neues Quartier einziehen: „Wir wollen Flüchtlingen die Möglichkeit geben, Rettungssanitäter zu werden, unter dem Motto - Menschen für Menschen. Wenn die Leute Hilfe empfangen, dann wollen sie auch etwas zurückgeben“, so Walter Grashofer, Bezirkstellengeschäftsführer des Roten Kreuzes.

 

Die Integrationsgespräche werden in Zusammenarbeit zwischen der Caritas Wien (Missing Link) und der Gemeinde Neunkirchen veranstaltet und vom Land Niederösterreich gefördert.

 

Der nächste Diskussionsabend der „ZusammenReden“- Reihe in Neunkirchen findet am 25. November 2015 statt. Mehr Informationen dazu auf der Webseite unter www.zusammenreden.net