Gemeinsam Wunder wirken

Treffpunkt Zeitreise - Entlastung bei Demenz

03.12.15

Treffpunkt Zeitreise

Foto: (c) Stefanie Steindl

Entlastung bei Demenz bietet das Projekt "Treffpunkt Zeitreise" in zwei Wiener Bezirken und im südlichen Niederösterreich.

120.000 Menschen in Österreich sind derzeit an Demenz erkrankt. Bis zum Jahr 2050 sollen es bereits 270.000 Menschen sein. Der größte Teil der Betroffenen wird zu Hause von Angehörigen betreut, in den meisten Fällen von Frauen. Nur in wenigen Fällen wird dabei die professionelle Unterstützung mobiler Pflegedienste in Anspruch genommen, obwohl die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz neben physischen, sozialen und finanziellen Problemen eine enorme psychische und emotionale Belastung darstellt.

Zeitliche Entlastung und psychosoziale Unterstützung sind darum die Ziele des Projekts Treffpunkt Zeitreise, der sich an Menschen richtet, die an Demenz erkrankte Angehörige zu Hause betreuen. Angeboten werden spezielle Nachmittagsprogramme für Menschen mit Demenz sowie deren Angehörige.

Welche wertvolle Unterstützung das sein kann, davon erzählen Peter und Monika K.: "Die Caritas-Heimhilfe, die meine Mutter zweimal in der Woche unterstützt, hat uns von der Gruppe in Wr. Neustadt erzählt. Ich wär' nie auf die Idee gekommen, in eine Gruppe zu gehen und war skeptisch. Meine Frau überredete mich dann - und jetzt fahren wir seit bald zwei Jahren hin. Man bekommt viel Unterstützung und es werden untereinander gute Tipps ausgetauscht. Unsere Mama ist auch immer angetan. Inzwischen sind wir eine große Familie geworden. Das Dabeisein tut gut!"

Auch Gusti B. erzählt: "Ich bin gemeinsam mit meinem Mann Gerhard seit der ersten Stunde dabei. Die Gespräche geben mir viel und ich kann auch anderen Menschen helfen. Da auch auf Spaß nicht vergessen wird, ist es Abwechslung in meinem Alltag, die ich nicht mehr missen möchte. Und der Gerhard ist auch gern dabei."

Zum Angebot des Treffpunkts zählen auch Entlastungsbesuche zu Hause von speziell dafür geschulten freiwilligen Mitarbeitern. Für längere Einsätze ist ein kostenpflichtiges, aber erschwingliches Angebot vorgesehen, auch Kurse und Einzelberatung für Angehörige sind geplant.

Wichtige Kurse

Ein erster solcher Kurs ist Mitte Oktober im Bezirk Neunkirchen angelaufen und stößt auf großes Interesse: 70 Frauen und Männer nahmen am ersten Kurs teil, in dem ein Neurologe sowie eine Psychologin grundlegende Informationen zum Thema Demenz näher brachten. Bei den weiteren Kursabenden wird es um die Themen Einführung in die Methode der Validation, Selbstpflege von Angehörigen und adäquate Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz gehen. Dabei soll auch auf individuelle Fragen eingegangen werden.

Der Kurs wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Grafenbach, der Pfarrcaritas und dem Bildungszentrum St. Bernhard/Wr.Neustadt veranstaltet. Im Jänner wird ebenfalls in Grafenbach der zweite regelmäßige Treffpunkt für Menschen mit Demenz und betroffene Angehörige im südlichen Niederösterreich gestartet. In Wien läuft der Treffpunkt Zeitreise bereits seit einigen Monaten im siebzehnten Wiener Bezirk, in der Cafeteria des Krankenhauses Göttlicher Heiland. Im Jänner folgt auch hier in zweiter Standort im 8. Bezirk.