Gemeinsam Wunder wirken

Der Arbeitsmarkt - kein Kuchen

06.06.16

TeilnehmerInnen bei den Integrationsgesprächen

V.li. Geschäftsführender Gemeinderat Alfred Stachelberger, Elisabeth Scheibelhofer (Universität Wien), Hans Schultheis (AMS Tulln), Melina Klaus (CarBiz NÖ), Vizebürgermeisterin Ulrike Fischer, Astrid Reinprecht (Caritas), Hristina Dakic (Caritas) Jacob Wagener (RefugeesWork)

 

Über neue Ressourcen und neue Chancen für Geflüchtete bei den Integrationsgesprächen in St. Andrä-Wördern

Über das Thema Arbeit und Beschäftigungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen diskutierten am 2. Juni 2016 etwa 30 Personen in der Alten Schule Greifenstein in Niederösterreich. Die von der Marktgemeinde St. Andrä-Wördern und der Caritas veranstalteten Integrationsgespräche starteten mit berührender syrischer Musik von Salah Ammo. Mit dem Ziel den Dialog zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen brachte die Veranstaltungsreihe ExpertInnen, VertreterInnen von lokalen Vereinen, freiwillige HelferInnen und Flüchtlinge zusammen.

Neue Beschäftigungsformen für AsylwerberInnen wie z.B. Volontariate in privaten Unternehmen öffnen neue Möglichkeiten für Praxiserfahrung und den Einstieg in den Arbeitsmarkt. Davon profitieren auch die Arbeitgeber: „Studien beweisen, dass ethnisch oder sprachlich diverse Teams auch innovativer sind“, betonte Jacob Wagner, Mitbegründer der Plattform RefugeesWork. Öffentliche Debatten vermitteln oft den Eindruck, dass die Menschen durch Flüchtlinge vom Arbeitsmarkt verdrängt werden. Zu diesem Thema wies Hans Schultheis, Geschäftsstellenleiter des AMS Tulln auf die Tatsache hin, dass der Arbeitsmarkt dynamisch ist und sich durch Zuwanderung laufend vergrößert: „Arbeitsplätze werden nicht wie ein Kuchen verteilt.“

Wenn es um Zugang zur Arbeit geht, spielen verschiedene Formen der Benachteiligung eine große Rolle. Wenn von einem Menschen verlangt wird, die Sprache nicht nur akzentfrei zu sprechen, sondern dazu auch in einem „richtigen“ Dialekt, sind viele Menschen benachteiligt. „Da geht es um Diskriminierung und nicht mehr um Kommunikationsfähigkeiten“, so Elisabeth Scheibelhofer, Migrationsforscherin an der Universität Wien. Mobilität sei im Kontext von Arbeitsmarktzugang wesentlich, betonte Melina Klaus, Projektleiterin bei der Caritas NÖ: „Man unterschätzt in diesem Kontext die Wichtigkeit eines Führerscheins“. Eine große Anzahl der offenen Stellen in Niederösterreich befinden sich, laut Klaus, im ländlichen Raum, der mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht zugänglich ist.

Die nächste Veranstaltung zum Thema „Bildung, Jugend, Integration“ findet am 29. September 2016 in St. Andrä-Wördern statt. Nähre Informationen finden Sie unter: www.zusammenreden.net

„ZusammenReden“ ist ein Projekt der Caritas Wien (Missing Link); es wird vom Land Niederösterreich sowie den teilnehmenden Gemeinden Korneuburg, St. Andrä-Wördern, Neunkirchen und Perchtoldsdorf gefördert.