Gemeinsam Wunder wirken

ZusammenReden in Ebreichsdorf - „Integration ist möglich. Integration macht Spaß“

23.11.16

Integrationsgespräche Ebreichsdorf

v.l.n.r.: Rami Ali (Caritas Wien), Dirk Dillmann (Plattform Integration), Andrea Schritter (SOS Kinderdorf), Silvia Barta (Gemeinderätin Ebreichsdorf), Dr. Enver Cevik (Gemeinderat Ebreichsdorf), Sandra Sobhian (Baha`i Gemeinde Ebreichsdorf), Wolfgang Kocevar (Bürgermeister Ebreichsdorf), Shokat Ali Walizadeh (Verein Afghanische Jugendliche – NEUER START), Afnan Al-Jaderi (Caritas Wien)


Integration ist keine Einbahnstraße und manchmal anstrengend, aber macht Spaß und funktioniert. So das Fazit der Integrationsgespräche vom Projekt ZusammenReden der Caritas Wien am 23. November 2016 in der Stadtgemeinde Ebreichsdorf zum Thema „Gemeinsam Brücken bauen: Integration von Menschen mit Fluchterfahrung“.
Über die Rolle der Freiwilligen sowie Herausforderungen und Sonnenseiten der Integration diskutierten Dirk Dillmann, Andrea Schritter, Sandra Sobhian und Shokat Ali Walizadeh mit den rund 30 Teilnehmenden unter der Moderation von Rami Ali, Caritas Wien.

„Ohne Freiwillige wäre vieles nicht möglich“, betont Andrea Schritter, Leiterin einer Ebreichsdorfer Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge von SOS-Kinderdorf. Bei Kindern und Jugendlichen sei mehr nötig als Sozialpädagogik: „Es braucht Leute, die mit den Kindern kochen, mit ihnen die Freizeit verbringen. Die Hilfe der Freiwilligen, sei insbesondere für den Lernerfolg sehr wichtig. Dass es für Menschen nach der Flucht nicht einfach ist, bestätigt Shokat Ali Walizadeh, selbst vor etwa acht Jahren aus Afghanistan geflüchtet. „Ein Flüchtling lernt alles neu, wie ein Baby. Ich bin einer davon. Ich bin in Afghanistan geboren und gestorben und in Österreich nochmal geboren.“ Integration sei indessen für jeden Menschen etwas anderes. Für Walizadeh bedeutet es, sich gegenseitig zu respektieren und zu akzeptieren. Einen vergleichbaren Ansatz vertritt Sandra Sobhian von der Bahá’í Gemeinde Ebreichsdorf: „Wenn wir die Menschen als wertvoll betrachten, dann begegnen wir ihnen als Freunde.“ Denn „Integration ist keine einseitige Sache“, so Walizadeh.

Mit verschiedenen Projekten wie etwa einer Kleiderausgabestelle, bietet die Plattform Integration geflüchteten Menschen eine solche Unterstützung in Ebreichsdorf. Dabei sei die Motivation der freiwilligen HelferInnen sehr unterschiedlich begründet, schildert Dirk Dillmann, Obmann der Plattform Integration. Er selbst beruft sich in seinem Engagement auf das Christentum: „Wir als Christen haben den klaren und unmissverständlichen Auftrag, uns für unsere Brüder und Schwestern einzusetzen“, welcher für den Theologen nicht an den Grenzen einer Religion endet. Im Zuge seines Engagements habe er gelernt, „Integration ist möglich. Integration macht Spaß“. Dass Integration möglich ist, findet auch Walizadeh. Sein Verein NEUER START hilft afghanischen Flüchtlingen, in Österreich anzukommen, so wie es ihm gelungen ist. „Österreich ist meine Heimat. Ich möchte für unsere Heimat etwas Nützliches tun“, begründet er sein Engagement.

Nähre Informationen zu unseren Veranstaltungen finden Sie unter: www.zusammenreden.net

ZusammenReden“ ist ein Projekt der Caritas Wien (Missing Link); es wird vom Land Niederösterreich gefördert, und von den teilnehmenden Gemeinden Korneuburg, St. Andrä-Wördern, Neunkirchen, Ebreichsdorf und Perchtoldsdorf unterstützt.