Gemeinsam Wunder wirken

Caritas: Einheitliche Qualitätsstandards und Qualitätsgütesiegel in der 24-Stunden-Betreuung notwendig

13.04.17

Foto: Macho

Qualitätssicherung, verbesserte Qualifikation, Transparenz und Fairness in der 24-Stunden-Betreuung sind langjährige Forderungen der Caritas.

Derzeit gibt es mehr als 60.000 aktive PersonenbetreuerInnen, die Menschen im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung Zuhause umsorgen und ihnen dabei helfen, ihren Alltag zu bewältigen. Es hat sich in den letzten Jahren ein großer Markt an Vermittlungsagenturen entwickelt. Über 400 solcher Agenturen sind in Österreich aktiv. Sie alle bieten unterschiedliche Leistungen zu unterschiedlicher Qualität. 

„Fehlende Qualitätsstandards gehen einerseits auf Kosten der Betroffenen, die die Betreuung dringend benötigen, andererseits aber auch auf Kosten der PersonenbetreuerInnen selbst, die mitunter sehr zweifelhaften Vermittlungsagenturen ausgeliefert sind. Hier mehr Transparenz und Fairness herzustellen, ist eine langjährige Forderung der Caritas“, betont Caritas Präsident Michael Landau. „Die rasche Einführung eines österreichweiten Qualitätsgütesiegels wäre aus Sicht der Betroffenen das Gebot der Stunde. Ein solches Gütesiegel sollte auch an geeignete und verpflichtende Instrumente zur Qualitätssicherung geknüpft werden. Einmal mehr geht es darum, Betroffenen und PersonenbetreuerInnen mehr Sicherheit zu geben und die Qualität der 24-Stunden-Betreuung insgesamt zu erhöhen.“

Die gewerberechtlichen Trennung von Personenbetreuern und Vermittlungsagenturen war ein Schritt in die richtige Richtung, doch sollten hier mehr Überprüfungen stattfinden, ob die seit Jänner 2016 gültigen Standesregeln auch tatsächlich eingehalten werden. 

Gemeinsames Qualitätslabel von Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe sicher.kompetent.fair

Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe haben bereits im Jahr 2015 in einem ersten Vorstoß in Richtung Qualitätsgütesiegel gemeinsam ihren seit Jahren gelebten Standard in der 24-Stunden-Betreuung festgeschrieben, um bestmögliche Qualität, Transparenz, Sicherheit und Fairness zu gewährleisten – sowohl für die KundInnen als auch für die PersonenbetreuerInnen. 

Qualität und Fortbildung bei Caritas Rundum Zuhause Betreut

Die Caritas führt darüber hinaus seit Start der 24-Stunden-Betreuung Qualitätskontrollen in den Haushalten durch. 2016 wurden 2540 Qualitätsvisiten durch diplomierte Pflegekräfte der Caritas durchgeführt. Bei der Auswahl der PersonenbetreuerInnen werden strenge Kriterien geprüft . 700 PersonenbetreuerInnen haben im Vorjahr rund 350 Menschen in sieben Bundesländern betreut.


Seit 2014 führt die Caritas mit dem Projekt „Train to Care“, ein Programm für Weiterbildungen für selbständige PersonenbetreuerInnen in ihren Herkunftsländern durch. Die Kurse finden zu den Themen Demenz/Validation, Kinaesthetics oder Konfliktmanagement in drei osteuropäischen Ländern (Slowakei, Rumänien und Ungarn) statt. In der Slowakei sind fast alle Kurse zusätzlich vom nationalen Bildungsministerium anerkannt. Gesamt konnten in den letzten drei Jahren über 1000 Teilnahmen verzeichnet werden, es wurden 72 Kurse durchgeführt.