Gemeinsam Wunder wirken

Neueröffnung Caritas Jugendnotschlafstelle a_way

09.10.17

Caritas Generalsekretär Klaus Schwertner, Bildungs- und Integrationsstadtrat Jürgen Czernohorszky, Bezirksvorsteher Franz Prokop und Hermine Schmidhofer, stv. Geschäftsführerin Sucht- und Drogenkoordination Wien eröffneten am 9. Oktober den neuen Standort der Notschlafstelle a_way für Jugendliche. 

„Die Gründe, warum die Jugendlichen so dringend Hilfe brauchen sind vielfältig: ein zerrüttetes Zuhause, weil sie vor Gewalt fliehen, die an einer Suchterkrankung leiden, der Verlust der Wohnmöglichkeit. In der Notschlafstelle a_way bieten wir den Jugendlichen nicht nur einen Platz zum Schlafen, sondern ein Team von SozialarbeiterInnen steht ihnen für Fragen zur Seite. Im a_way können sie sich ein paar Tage ausruhen und gemeinsam mit den Jugendlichen wollen wir einen Weg aus der Krise finden. So soll verhindert werden, dass die jungen Menschen in manifeste Wohnungslosigkeit und soziale Isolation abrutschen“, betonte Caritas Generalsekretär Klaus Schwertner bei der Neueröffnung der Notschlafstelle a_way für Jugendliche in der Neumayrgasse 4 in Ottakring. 

„a_way leistet einen wichtigen Beitrag in der Betreuung von Jugendlichen, die aus familiär schwierigen Situationen kommen bzw. zum Teil auf sich allein gestellt sind. Dieses Engagement ist eine sehr wichtige Ergänzung zur Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe unserer Stadt. Wesentlich ist, den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterschiedlichste niederschwellige Angebote zu machen, die sie auch annehmen können und wollen. a_way ist eine von diesen Einrichtungen!“, so Jürgen Czernohorszky, Bildungs- und Integrationsstadtrat. 

 

Ziel: Stabilisierung der Lebenssituation

Seit 2005 bietet die Caritas Notschlafstelle, die zuvor am Westbahnhof beheimatet war, einen Schutzraum für junge Menschen in prekären Wohnsituationen. Das a_way ist die einzige Notschlafstelle für Jugendliche in Wien und wird aus Fördermitteln der Sucht- und Drogenkoordination Wien (SDW) und der Kinder- und Jugendhilfe (MAG ELF) betrieben. Die Jugendnotschlafstelle erfüllt dabei eine wichtige Funktion im sozialen Netz Wiens: Das besondere Angebot stellt eine Brücke dar, zwischen dem Leben auf der Straße und den Krisenzentren bzw. sozialpädagogischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, zwischen Suchthilfe, Psychiatrie und stationärer Versorgung sowie zwischen Jugend- und Erwachsenenalter bei kritischen Entwicklungsphasen. „Ziel der Jugendnotschlafstelle war es, ein Angebot zu schaffen, das den hohen Autonomiebedürfnissen der jungen Menschen und ihrer vermeintlichen Selbständigkeit entspricht. Dadurch konnte es von den Jugendlichen auch angenommen werden“, erklärt Hermine Schmidhofer, stv. Geschäftsführerin Sucht- und Drogenkoordination Wien. 2016 haben 537 Jugendliche im a_way übernachtet. 

Mit dem Umzug in die Neumayrgasse kann auch das Angebot erweitert werden. Neben einer intensiveren Betreuung der einzelnen Jugendlichen, können - zusätzlich zu den zehn Notquartiersbetten - acht Jugendliche in drei Wohngruppen mit Einzelzimmern bis zu drei Monate nächtigen. Längerfristig soll dadurch eine Stabilisierung der Lebensumstände erreicht werden. Für den Betrieb des erweiterten Angebots ist das a_away auf Spenden angewiesen.

 

Grundsätze der Betreuung: Anonymität, Freiwilligkeit, Parteilichkeit

Streit in der Familie, Verlust der Wohnmöglichkeit oder andere Krisensituationen sind Gründe dafür, warum junge Menschen auf der Straße landen. Das a_way bietet einen Rückzugsort in dem die Mädchen und Burschen zur Ruhe kommen können. Im Fokus stehen hier die schutzbedürftigen jungen Menschen und ihre Lebenssituation. Die Jugendlichen werden in ihrer momentanen Lage akzeptiert und mit ihren Wünschen und Bedürfnissen wahr- und ernst genommen.  

„Die Jugendnotschlafstelle a_way ist eine sehr wichtige Einrichtung, um junge Menschen vor einem Abgleiten auf die Straße zu schützen. Jungen Menschen steht dort eine Vielzahl von Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung, die von kompetenten Mitarbeitern zielgerecht umgesetzt werden“, unterstrich Bezirksvorsteher Franz Prokop. In der Jugendnotschlafstelle der Caritas können zehn 14- bis 20-Jährige in Zwei- und Dreibettzimmern bis zu fünf Nächte im Monat schlafen. Für akute Krisenfälle in der Nacht stehen zwei weitere Notbetten zur Verfügung. Die Jugendlichen können anonym und ohne Anmeldung ins a_way kommen. Sie haben die Möglichkeit, zu duschen, Wäsche zu waschen und erhalten Essen sowie Kleidung. Die SozialarbeiterInnen der Notschlafstelle bieten Beratung, Begleitung und Information bei akuten Problemlagen. Dazu gehören Abklärung der aktuellen Situation, Vermittlung und Begleitung zu weiterführenden Angeboten (wie MAG 11, Drogenberatungsstellen, AMS, Therapie – und Gesundheitseinrichtungen), psychosoziale Betreuung, gesundheitliche Stabilisierung, aber auch Hilfe bei Arbeits- und Schlafplatzsuche. 

 

Das a_way freut sich über Unterstützung.

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