Gemeinsam Wunder wirken

Aktuelle Situation in St. Gabriel

03.12.18

Die Caritas und der Orden der Steyler Missionare hoffen, dass die jugendlichen Asylwerber, die am vergangenen Freitag aus dem umstrittenen Quartier Drasenhofen nach St. Gabriel verlegt wurden, dort bleiben können. 

FPÖ Landesrat Gottfried Waldhäusl hat in dem kleinen Ort nahe der tschechischen Grenze ein Quartier für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet. Die Jugendlichen lebten dort umgeben von einem Stacheldrahtzaun und bewacht von Sicherheitsleuten mit Hunden. Hinaus durften sie nur sehr begrenzt und immer in Begleitung von Security. 

Nachdem von vielen Seiten daran Kritik geübt wurde, wurde am vergangenen Freitag die Kinder- und Jugendanwaltschaft Niederösterreich eingeschaltet, die bei einem Lokalaugenschein feststellte, dass das Asyl-Quartier "aus jugendrechtlicher Sicht im derzeitigen Zustand nicht geeignet" sei. Die Jugendlichen wurden daraufhin sofort nach St. Gabriel verlegt, nachdem die Caritas schon am Freitagvormittag in einem Schreiben an die niederösterreichische Landeshauptfrau Johann Mikl-Leitner dieses Angebot unterbreitet hatte

In dem Steyler Missionarshaus St. Gabriel leben seit vielen Jahren geflüchtete Menschen, speziell auch solche mit besonderem Betreuungsbedarf. Derzeit wohnen in der Unterkunft in Maria Enzersdorf 24 Menschen, vor allem Familien. Für die nun ankommenden Jugendlichen ist damit ausreichend Platz. Die Caritas ist zuversichtlich, die Jugendlichen hier gemeinsam mit Freiwilligen in der Gemeinde und den Steyler Missionaren gut unterbringen und begleiten zu können.

Betreuung der Jugendlichen in St. Gabriel

Inzwischen sind alle 16 Jugendlichen, die in Drasenhofen untergebracht waren, in St. Gabriel angekommen. Die meisten von ihnen sind noch im Asylverfahren bzw. haben bereits subsidiären Schutz erhalten. In St. Gabriel erwartet sie ein engmaschiges Betreuungsnetz. Ein multiprofessionelless Team ist rund um die Uhr vor Ort, um eine kindgerechte und professionelle Betreuung zu garantierten. Im Moment geht es für sie vor allem darum, gut anzukommen und ihren Alltag zu organisieren. "Wir sind zuversichtlich, die Jugendlichen hier gemeinsam mit Freiwilligen in der Gemeinde und den Steyler Missionaren gut unterbringen und begleiten zu können", so Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner.

Die Caritas begrüßt das rasche Handeln in der Causa Drasenhofen, die Kooperation der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und der zuständigen Behörden, allen voran der Kinder- und Jugendanwaltschaft.