Gemeinsam Wunder wirken

Caritas und Karl Markovics bitten um Spenden für Gruft-Winterpaket! Caritas fordert Mietrechtsreform.

04.12.19

21.000 Menschen in Österreich wohnungslos ++ 20.500 Nächtigungen in der Gruft ++ Essensausgaben in 10 Jahren um 48 Prozent gestiegen ++ Caritas verstärkt Winterakuthilfe ++ Spendenappell: „1 Schlafsack + 1 warme Mahlzeit = 1 Gruft-Winterpaket“

 

Caritas Präsident Michael Landau und Schauspieler Karl Markovics nahmen am Mittwoch den Kälteeinbruch der vergangenen Tage zum Anlass, um gemeinsam mit KlientInnen der Gruft und mit Susanne Peter, leitender Sozialarbeiterin, auf die Not von obdachlosen Menschen aufmerksam zu machen. Landau: „Wenn das Thermometer sinkt, steigt der Druck auf Menschen, die auf der Straße leben. Unser Auftrag ist klar: Niemand soll unversorgt auf der Straße stehen und niemand soll bei Minusgraden erfrieren müssen.“ Die Caritas hat in den vergangenen Wochen die Zahl ihrer Notquartiersbetten um 200 Plätze aufgestockt, das Streetwork der Gruft wurde auf sieben Tage in der Woche ausgeweitet und das Kältetelefon ist unter der Nummer 01/480 4553 rund um die Uhr erreichbar. Knapp 1.000 Anrufe sind seit Anfang November eingegangen. „Diese Hilfe wirkt und wird dringend gebraucht“, so Landau. Wie dringend, davon konnte sich auch Schauspieler Karl Markovics überzeugen, der die Streetworkerinnen der Gruft bei einem ihrer Nachteinsätze begleitet hat: „Es gibt nichts Schlimmeres, als in Kälte und Nässe und in Hunger allein gelassen zu werden“, so Markovics. „Das darf nicht sein. Schon gar nicht in einem Land wie Österreich. Ich habe das Caritas Winterpaket am eigenen Leib miterlebt und gesehen, welche Hilfe hier möglich ist.“

 

1 Schlafsack + 1 warme Mahlzeit = 1 Gruft  Winterpaket!

Landau verwies bei dem Termin auf die Bedeutung von Spendengeldern für die Arbeit im Bereich der Wohnungslosenhilfe. „Die öffentliche Hand leistet in Wien und an vielen anderen Orten einen enormen, einen unverzichtbaren Anteil. Doch klar ist auch: Ohne Spenden wäre ein großer Teil unserer Hilfe nicht möglich. Allein in der Gruft beträgt der Spendenbedarf mehr als 400.000 Euro. Ähnlich im Bereich der Mobilen Notversorgung. Hier benötigen wir noch dringend Spenden für Kältebus, Suppenbusse oder etwa unsere mobile Arztpraxis – mehr als 100.000 Euro fehlen uns heuer, um das nötige Spendenziel zu erreichen. Unsere Bitte lautet daher: Spenden Sie ein Gruft Winterpaket. 50 Euro für einen winterfesten Schlafsack und eine warme Mahlzeit. Die Hilfe kommt an. Und die Hilfe wird dringend benötigt.“ Allein im Vorjahr wurden in der Gruft 121.000 warme Mahlzeiten ausgegeben und 22.000 Nächtigungen gezählt. Im Jahr 2009 lag die Zahl der Essensausgaben noch bei knapp 82.000 Mahlzeiten. 

 

„Sozialhilfe neu“ und leistbare Mieten: Armut bekämpfen und nicht die Armutsbetroffenen! 

Landau nutzte die Gelegenheit auch, um sich mit einem Appell an die künftige Bundesregierung zu wenden. „Sollten die Abschaffung der Mindestsicherung in den verschiedenen Bundesländern tatsächlich wie vom Sozialhilfe-Grundsatzgesetz vorgegeben umgesetzt werden, werden wir das in unseren Einrichtungen spüren. Im Jahr 2017 wurden ca. 21.600 Menschen als obdachlos registiert. Die Not könnte künftig steigen. Ganz einfach, weil es nach der Abschaffung der Mindestsicherung mehr Menschen geben wird, die am Monatsende nicht wissen, ob sie mit dem verbliebenen Geld essen oder heizen sollen. Unser dringender Appell an die künftige Bundesregierung lautet deshalb: Überdenken Sie die Abschaffung der Mindestsicherung und hören Sie auf unsere Erfahrungen.“ Landau forderte auch eine Reform des Mietrechts ein. Immerhin lebt heute jede fünfte Österreicherin, jeder fünfte Österreicher  in einer Wohnung, die mehr als ein Viertel des Haushaltseinkommens verschlingt. „Hier in der Gruft muss Armutsbekämpfung heißen: Wir brauchen eine Mietrechtsreform, die diesen Namen auch verdient. Und wir brauchen sie rasch.“ 

 

Caritas Kältetelefon - 01/480 45 53

Die Leitungen des Caritas-Kältetelefons sind wieder besetzt. 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. Je mehr die Nummer 01/480 45 53 in ihr Handy einspeichern, umso zuverlässiger können unsere StreetworkerInnen dort sein, wo sie gebraucht werden. In medizinischen Notfällen gilt es nach wie vor, unbedingt die Rettung unter dem Notruf 144 zu rufen.

 

Sachspendenbedarf (Abgabestelle auf www.gruft.at):

++ Winterschuhe

++ Unterhosen, lange Unterhosen

 

Caritas Spendenkonto 

IBAN: AT163100000404050050

BIC: RZBAATWW

BLZ 31000

Kennwort: "Gruft Winterpaket"

Online-Spenden: www.gruft.at   

 

Spendenaktion auf Facebook:

Winterfeste Schlafsäcke für obdachlose Menschen