Informationen über den Südsudan

Der Krieg im Südsudan war am 15. Dezember 2013 ausgebrochen, nachdem Spannungen innerhalb der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA), aufgekommen waren. Der Konflikt steigerte sich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen zwei der größten ethnischen Gruppen des Landes, den Dinka und den Nuer.

 

Das Leben vieler Südsudanesen ist zerstört. Der brutale Konflikt hat zehntausende Todesopfer gefordert und zentrale Teile des Landes vernichtet. Für viele Flüchtlinge bedeutet der Krieg Gewalt, Missbrauch, Vertreibung und Verlust ihrer Lebensgrundlage.

 

Der Südsudan liegt auf Platz elf der Länder, in denen die meisten Kinder hungern. 31% Prozent der Kinder unter fünf Jahren (d.h. fast jedes dritte Kind) sind unterernährt. Gemäß Vereinter Nationen leben mehr als 2,5 Millionen Menschen in einer krisenhaften Situation in Bezug auf die Ernährung. Mit weniger als 1,25 USD/Tag leben etwas mehr als die Hälfte der Menschen im Südsudan in absoluter Armut. Das Bildungsniveau ist sehr niedrig, nur 16% der Frauen können lesen und schreiben. Nur ein Viertel der Menschen hat Zugang zu Gesundheitsversorgung.

 

60 Prozent des Südsudans sind während der Regenzeit nicht zugänglich. Dies erschwert die Nothilfe von Hilfsorganisationen. Durch blockierte Handelswege und gestörte Nahrungsmittelmärkte wächst der Hunger auch in Regionen, die nicht direkt vom Konflikt betroffen sind (Quelle: UNHCR / UNICEF / FAO).

 

Was hat Afrika mit uns zu tun?

2011 hat sich der Südsudan vom nördlichen Teil des Sudans getrennt und wurde ein eigener Staat. In der Grenzregion und in den Gebieten der großen Ölreserven tobt seit Dezember 2013 ein Bürgerkrieg. Rivalisierende ethnische Gruppen und Clans kämpfen erbittert um die wertvollen Ressourcen.

 

Was weniger bekannt ist: Afrika verfügt über Rohstoffe, an denen auch westliche und östliche Länder Interesse haben. Allein in Österreich sind derzeit 12 Millionen Handys im Umlauf. Für jedes Gerät wird Coltan benötigt, das oft genug unter menschenunwürdigen Bedingungen im Kongo abgebaut wird, für einen Hungerlohn. T-Shirts um wenige Euro? Kaffee für Billigpreise? Wer nur wenige Dollar am Tag verdient, kann bestenfalls überleben. Geld für Krankenhäuser und Schulen gibt es keines.

 

Was auch weniger bekannt ist: Österreich hat 2010 nach offiziellen Angaben Waffen im Wert von 1,8 Milliarden Euro exportiert. Sind wir mitverantwortlich an der Not in anderen Ländern? Wäre es nicht längst an der Zeit bei jedem Einkauf zu hinterfragen, wer dafür wie viel hungern muss? Wegen des Bürgerkrieges im Südsudan sind mittlerweile zwei Millionen Menschen geflüchtet. 1,5 Millionen davon in andere Teile des Südsudans, etwa in die Hauptstadt Juba - ins Flüchtlingslager.