Hilfe für südsudanesische Flüchtlinge in Norduganda - Uganda/Südsudan

Die Caritas unterstützt 4.300 südsudanesische Flüchtlinge im Palorinya Camp im Norden Ugandas.

Im Südsudan tobt seit Jahren ein grausamer Bürgerkrieg, beinahe ein Drittel der Bevölkerung musste ihre Heimatdörfer verlassen. Über eine Million südsudanesische Flüchtlinge haben im Nachbarland Uganda Zuflucht gefunden, unter anderem im Palorinya Camp in Moyo im Norden Ugandas.

Das Flüchtlingscamp Palorinya beherbergt insgesamt 174.000 Flüchtlinge, die dort ein sicheres neues Zuhause gefunden haben. Die Menschen sind traumatisiert, viele haben durch den Krieg Familienangehörige verloren und mussten ihr gesamtes Hab‘ und Gut zurücklassen.

Unterstützung von Flüchtlingen mit einer Behinderung

Gemeinsam mit der Partnerorganisation GLRA (German Leprosy Relief Association) unterstützt die Caritas in dem durch die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit kofinanziertem Projekt Flüchtlinge, die eine Behinderung haben. 96 Personen werden ausgebildet, Behinderungen bei den Flüchtlingen überhaupt einmal zu erkennen, die Familien zu unterstützen und entsprechende Hilfe anzubieten – sei es, wenn jemand eine Prothese braucht oder spezielle Schuhe oder, um Familienangehörige zu sensibilisieren und zu beraten. Bei einem der ersten Projektbesuche im Moyo Camp im Oktober wurde Barbara Batesaki, die Leiterin der Partnerorganisation GLRA, sofort von einer Frau angesprochen, deren Mutter eine Behinderung hat. Barbara Batesaki: „Gerade Menschen mit Behinderung sind die ärmsten unter den Flüchtlingen. Nur sehr wenige kümmern sich um sie. Daher sind die  Angehörigen so froh, wenn nun endlich jemand kommt, um sie zu unterstützen“. 

 

Die einheimische Bevölkerung hat die Flüchtlinge sehr gut aufgenommen

Zusätzlich werden an 800 Familien notwendige Hilfspakete verteilt, v.a. Hygieneartikel, aber auch Geschirr oder Moskitonetze. Gemäß der Vorgaben der ugandischen Regierung unterstützt die Caritas auch die einheimische ugandische Bevölkerung – 30% der Begünstigten dieses Projektes sind in der Region, die die Flüchtlinge aufgenommen hat, beheimatet. Die Bevölkerung hat die Flüchtlinge sehr gut aufgenommen und das ist nicht selbstverständlich, denn Uganda selbst ist ja auch eines der ärmsten Länder der Welt. Daher ist die Unterstützung der einheimischen Bevölkerung sehr wichtig, auch um das weitere konfliktfreie Zusammenleben der einheimischen und der Flüchtlingsbevölkerung zu sichern.

 

 

Landwirtschaft zur Selbsthilfe

Der ugandische Staat stellt den Flüchtlingsfamilien, die nicht an eine Rückkehr in die noch immer umkämpften Gebiete denken können, ein Stück Land zur Verfügung. Die Caritas finanziert für 100 Flüchtlinge eine fundierte landwirtschaftliche Ausbildung in einer landwirtschaftlichen Schule in der Region. Nach erfolgreicher Ausbildung bekommen die Familien Starthilfe, um sich selbst versorgen zu können. Diese Hilfe umfasst Saatgut, landwirtschaftliches Gerät, Bewässerungspumpen oder auch Kleintiere zur Tierhaltung.