Moldawische Mädchen

Länderinformation Republik Moldau

Baby

Die soziale Situation in der Republik Moldau ist von großer Armut gekennzeichnet. Mit Platz 114 am Human Development Index des UNDP ist sie das ärmste Land Europas. Seit der Unabhängigkeitserklärung von der Sowjetunion 1991 ist der Lebensstandard stetig gesunken und hat seither nicht mehr das ursprüngliche Niveau erreicht. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung beträgt 65 Jahre. Die verarmten Bevölkerungsschichten sind mit niedrigen Einkommen, einer hohen Sterberate, erschwertem Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und sozialer Ausgrenzung konfrontiert. Trotz intakter Familie müssen manche Kinder in Einrichtungen aufwachsen, weil ihre Eltern sie nicht ernähren können.

Ein weiteres Problem stellt die hohe Migrationsrate dar: 25% der arbeitsfähigen Menschen haben das Land verlassen, um im Ausland Arbeit zu finden. Die ungebrochene Tendenz zur Arbeitsmigration hat jedoch weitreichende soziale Folgen: Die Kinder, deren Eltern im Ausland arbeiten, bleiben unter der Obhut von überforderten Großeltern oder anderen Verwandten zurück und vernachlässigen die Schule. Häufig landen sie auf der Straße und leben unter Bedingungen sozialer und materieller Vernachlässigung. Durch das Fehlen jeglicher Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat haben auch sie eine hohe Bereitschaft zur Abwanderung.  Laut einem Bericht der UNICEF sind in den letzten zehn Jahren über 130.000 junge Leute zwischen 14 und 24 Jahren ins Ausland abgewandert. Die Republik Moldau gilt als eines der Hauptlieferländer für den Menschenhandel. 

Auch die alten Menschen bleiben unversorgt zurück, pflegebedürftige Personen vegetieren allein in ärmlichen Behausungen dahin. Da die medizinische Versorgung gerade am Land nicht flächendeckend ist, sterben viele von ihnen an Krankheiten, die unter besseren Umständen leicht zu behandeln wären. Das medizinische System ist nur im Bereich der Basisversorgung kostenlos, Armutskrankheiten wie Tuberkulose sind extrem angestiegen, und auch Erkrankungen aufgrund verseuchten Trinkwassers sind weit verbreitet. 

Der Annäherungsprozess an die EU hat zum Zusammenbruch der Handelsbeziehungen mit Russland geführt, das Land kämpft mit einem veralteten Bildungssystem Fachkräften und einer nicht wettbewerbsfähigen Wirtschaft.