Ukraine

Die Ukraine befindet sich seit 2014 in einer schweren politischen Krise. Teile der Ostukraine sind bis heute Kriegsgebiet. Es ist ein großteils von der internationalen Gemeinschaft vergessener Konflikt mitten in Europa. 

Die Zivilbevölkerung in der Region ist weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen: Der Konflikt hat zur Verarmung von Millionen von UkrainerInnen geführt und sie ihrer Grundrechte und Grundversorgung beraubt. Nach sechs Jahren Konflikt in der Ukraine haben die Menschen noch immer mit Unsicherheit, Zerstörung, Traumata, Versorgungsengpässen und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Sie brauchen Schutz, Zugang zu Wasser, Nahrung, Wärmeversorgung, Gesundheitsdiensten, Schulen und Märkten. Besonders in der 30 Kilometer breiten Pufferzone zwischen den Konfliktparteien leben die Menschen unter prekären Bedingungen.

Insgesamt gibt es 3,4 Millionen Menschen die Humanitärer Hilfe bedürfen. Darunter 300.000 Kinder. Der Konflikt hat bisher 3.300 zivile Opfer gefordert, 7.000 wurden verletzt. Rund drei Millionen Menschen mussten ihre Wohnorte verlassen, innerhalb des Landes sind 1,4 Millionen Menschen geflüchtet.

Viele der Vertriebenen sind arbeitslos und ihre finanziellen Mittel erschöpft. Laut UN-OCHA sind derzeit 530.000 Menschen in der Ostukraine von Nahrungsmittelunsicherheit bedroht. Vor allem ältere Menschen, Kinder und AlleinerzieherInnen, innerhalb des Landes geflüchtete Personen und Menschen mit Behinderungen zählen zu den besonders gefährdeten Gruppen, die dringend Unterstützung von Hilfsorganisationen brauchen. Alleinstehende RentnerInnen müssen mit umgerechnet rund 54 Euro monatlich auskommen. Das reicht gerade für Strom, Wasser und Gas. Für Nahrungsmittel und Medikamente bleibt oft nichts mehr. Hilfe kommt von der Caritas Österreich. 

Kinder und ältere Menschen sind besonders betroffen

Besonders schwer haben es die Menschen in den nicht-anerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie jene, die in den Kleinstädten und Dörfern entlang der Kontaktlinie leben. Die Kontaktlinie verläuft zwischen dem nicht von der Ukraine kontrollierten Gebiet und dem ukrainischen Territorium. Vor allem ältere Menschen, die diese Linie häufig queren müssen, um medizinische Versorgung in Anspruch nehmen zu können oder einzukaufen, leiden unter der Situation.

Der Konflikt in der Ukraine wirkt sich auch auf die betroffenen Kinder dramatisch aus. Laut UN benötigen 811.000 Kinder und deren Elternpsychosoziale Unterstützung. Eine ganze Generation von über einer halben Million Kindern (mehr als 16 Prozent der Menschen in Not) wächst inmitten von Gewalt und Angst auf, was sich nachhaltig auf ihre Zukunft auswirken wird. 

Alleine in diesem Jahr werden wir knapp 28.000 Menschen unterstützen. Ihre Spende kommt an!

So hilft die Caritas

Die Ukraine gehört seit Mitte der 1990er Jahre zu den Schwerpunktländern der Auslandshilfe der Caritas Österreich. Wir unterstützen unter anderem Krisen- und Tageszentren für Kinder, Familienhäuser für Sozialwaisen und Familienhilfe, sowie Pflegeprojekte für armutsbetroffene ältere Menschen.

Seit März 2014 hat die Caritas Österreich gemeinsam mit der Caritas Ukraine und anderen lokalen Partnerorganisationen mehr als 100.000 Personen mit Nothilfeprojekten für Binnenflüchtlinge und vom Konflikt betroffene Menschen geholfen. Die Schwerpunkte der humanitären Hilfe sind Verteilungen von Nahrungsmittelpaketen, Heizmaterialien, Hygienebedarf und Medikamenten im Konfliktgebiet. Alleinstehende ältere Menschen, die aufgrund ihres Gesundheitszustands auf fremde Hilfe angewiesen sind, werden über Cash-for-Work Teams zu Hause gepflegt und betreut. Weiters wurde sofortige Unterstützung zugunsten der Opfer der Waldbrände und der Flutkatastrophe im Sommer und Herbst diesen Jahres ermöglicht. In sogenannten Childsafe Spaces werden Kinder in Schulen in der Pufferzone durch psychosoziale Beratung unterstützt ihre Traumata zu bewältigen und sich in die neue Wohn- und Lernumgebung zu integrieren. 

Unsere Projekte (Auswahl)

Gesundheit, Gemeinschaftsresilienz und starke Lebensgrundlagen

Das Projekt Strengthening Health, Community Resilience and Livelihoods in Donetsk and Luhansk oblasts in den vom Konflikt betroffenen Gebieten verbindet humanitäre Hilfe mit der Stärkung lokaler Kapazitäten, um langfristig und nachhaltig Perspektiven zu schaffen.

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Psychosoziale Unterstützung im Konfliktgebiet – Ukraine

In der Pufferzone in der Ostukraine werden Kinder und ihre Eltern von PsychologInnen und SozialpädagogInnen betreut.

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Kinder- und Familienzentrum Charkiw - Ukraine

Dieses Projekt in der ostukrainischen Stadt Charkiw bietet jährlich 800 Kindern und zusätzlich 200 Eltern aus sozial prekären und wirtschaftlich benachteiligten Verhältnissen sowie Familien, die vor den Kampfhandlungen aus den Separatistengebieten nach Charkiw geflohen sind, Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags.

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Netzwerk Hauskrankenpflege - Ukraine

Alte und pflegebedürftige Menschen haben unter der schlechten medizinischen Versorgung in der Ukraine besonders zu leiden. Mit dem Netzwerk Hauskrankenpflege setzt die Caritas in der Ukraine ein Programm um, durch das alte und kranke Menschen umfassend betreut werden.

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Ein Zufluchtsort für vergessene Kinder - Ukraine

Das Kinderdorf bietet ein neues Zuhause für Waisenkinder.

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