Viele Leute vor einer Wohnanlage

Besiedelungsmonitoring Seestadt aspern (Projektzeitraum 2015)

Im Rahmen eines Wohnbauforschungsprojekts wurde der Besiedlungsprozess  der Seestadt aspern erforscht und begleitet, um frühzeitig soziale Dynamiken und Herausforderungen im Hinblick auf Wohnmilieus,  Wohnumfeld,  Sozialraum,  Nachbarschaft  und  Wohnraumumgebungspräferenzen bei der Aneignung des neuen Stadtteils durch seine BewohnerInnen zu ermitteln.  

Mit der Studie wurde erstmals umfassend erhoben, welche Bevölkerungsgruppen in die Seestadt ziehen, welche Anforderungen und Ansprüche sie an die Seestadt stellen und wie die BewohnerInnen nach der ersten Besiedelungsphase 2014/2015 soziodemographisch, soziostrukturell (nach Alter, Bildung, Familienstand etc.) und soziokulturell (Wohnmilieu, Wohnkultur, Zielgruppen, Wohnumgebungspräferenzen, Nachbarschaft) zusammengesetzt ist. 

Das Besiedelungsmonitoring wurde auf Grundlage von qualitativen Interviews mit AkteurInnen des Besiedlungsprozesses und BewohnerInnen, sozialräumlichen Analysen  und einer Onlinebefragung unter den BewohnerInnen durchgeführt. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die relativ homogene Sozialstruktur der BewohnerInnen (es dominiert eine altersmäßig junge, sozialökonomisch abgesicherte Bevölkerung), jedoch eine heterogene Milieustruktur (unterschiedliche Wohnstile, Nachbarschaftskonzepte, Partizipationsorientierung und Freizeit- und Mobilitätsverhalten). Das Besiedelungsmonitoring konnte außerdem verschiedene Spannungsfelder in Bezug auf den neuen Stadtteil ausmachen. So gibt es zum einen unterschiedliche Vorstellungen von den Qualitäten der Seestadt (Urbanität vs. Suburbanität), zum anderen verschiedene Erwartungen an die soziale und funktionale Infrastruktur des Stadtteils. Der Modellcharakter und die hohe öffentliche und politische Aufmerksamkeit verstärken dabei die hohen Erwartungen an die erfolgreiche Projektumsetzung. Die Studie zeigte außerdem die hohe Wohnzufriedenheit der BewohnerInnen, auch aufgrund der guten Nachbarschaft, und die unterschiedlich ausgeprägten Wünsche und Möglichkeiten der Partizipation. Die BewohnerInnenschaft konnte sich als relevante Akteurin etablieren, die neben den für Wohnbau und wirtschaftliche Verwertung zuständigen Akteuren ihre Ansprüche in der Entwicklung der Seestadt einbringt.

Die Studie untersuchte folgende Fragen

  • Wie sieht die Sozialstruktur der neuen BewohnerInnen der Seestadt aus?
  • Welche Anforderungen und Ansprüche stellen die neuen BewohnerInnen, aber auch die anderen an der Stadtraumproduktion beteiligten Akteure, an den neuen Stadtteil?
  • Welche Wohnmilieus, Wohnstile, Wohnkulturen, Lebensstile und Nachbarschaften zieht die Seestadt an?
  • Wie entsteht der neue Stadtteil und sein soziales Gefüge und welche sozialräumlichen Herausforderungen ergeben sich dadurch? 

AuftraggeberInnen

  • Wien 3420 - Logo
  • Wien unser Zuhause Logo

KooperationspartnerInnen

  • MA 50

Das Projekt wurde vom Institut für Soziologie der Universität Wien gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit der FH Campus im Rahmen einer Forschungskooperation mit dem Stadtteilmanagement Seestadt aspern im Auftrag der MA 50 und der Wien 3420 Aspern Development AG realisiert.