Viele Leute vor einer Wohnanlage

Herbststraße 15 (Projektzeitraum 2014 - 2018)

Das ehemalige Gasthaus in der Herbststraße 15 im 16. Bezirk wurde zwischen Mai 2014 und Dezember 2018 von der Gebietsbetreuung Stadterneuerung (GB*), der Stadtteilarbeit der Caritas Wien (Projekt Grätzeleltern) und dem 1. Wiener Leihladen (Leila) als offener Raum für Communities und Nachbarschaft betrieben.

Das Projekt gab keine Inhalte vor, sondern reagierte auf die Anforderungen und Bedürfnisse der NutzerInnen. Unterschiedliche Initiativen und Gruppen boten ein diverses und abwechslungsreiches Programm, an dem Interessierte kostenlos teilnehmen konnten. Es wurde gekocht, getauscht, geplaudert, diskutiert, genäht, gebastelt, ausgeliehen, musiziert, gesungen, gegessen, getrunken, Menschen haben sich getroffen, ausgetauscht und eine gute Zeit verbracht.

Für das Projekt Grätzeleltern der Stadtteilarbeit der Caritas Wien war die Herbststraße 15 mehr als nur ein Projektlokal. Von der Renovierung, über die Organisation von Initiativen, hin zur Gestaltung gemeinsamer Feste, brachten sich die Grätzeleltern in die Herbststraße 15 ein und eigneten sich diese als „Zuhause der Grätzeleltern“ an. In den vier Jahren hielt das Projekt Grätzeleltern knapp 150 Sprechstunden in der Herbststraße 15 ab, organisierte mehr als 25 Weiterbildungen und feierte 12 Feste. Rund um das Projekt Grätzeleltern entstanden außerdem einige Initiativen:

Theaterpädagogische Workshops:

Von Oktober 2014 bis März 2015 fanden theaterpädagogische Workshops in Kooperation mit dem Kulturverein HORA statt. Die zahlreichen TeilnehmerInnen erarbeiteten gemeinsam ein Programm, das aus unterschiedlichen statischen Szenen bestand. Die Workshops fanden ihren Abschluss in zwei interaktiv gestalteten Aufführungen im 10. und 22. Bezirk. Aufgrund des großen Erfolges organisierte das Projektteam der Grätzeleltern im darauffolgenden Jahr eine Wiederholung des Wokshopformats und eine Abschlussvorführung im Bezirksamt Margareten.

Computerreparaturworkshops:

Auf Initiative eines Freiwilligen wurde im Stadtteilzentrum eine 4-teilige Workshopreihe entwickelt, in der Ehrenamtliche auf Deutsch und Arabisch die Grundlagen von Windows & Linux (inkl. Bedienung & Systeminstallation) sowie die DIY-Reparatur, Austausch von Komponenten und Nutzungsmöglichkeiten älterer Hardware vermittelten. Grundgedanke war, neben der niederschwelligen Erweiterung der IT-Kenntnisse, einerseits mit wenig finanziellen Ressourcen den Zugang zu funktionierenden PCs zu ermöglichen, andererseits die natürlichen Ressourcen durch Verlängerung der Lebensdauer der Geräte zu schonen.

Kunstkurs: 

Im Herbst 2017 hatten zwei engagierte Grätzeleltern die Idee, einen Kunstkurs zu organisieren. Ziel des Kurses war, Menschen ohne - oder mit wenigen - Vorkenntnissen Grundtechniken der Acrylmalerei zu vermitteln, Spaß und Lust zum Malen zu wecken und Menschen unterschiedlicher Herkunft, Bildung und Sozialisation zusammenzubringen. Als Kursleiterin konnte eine Künstlerin gewonnen werden, die ihr Engagement ehrenamtlich anbot. Bei insgesamt vier Workshopterminen im November 2017 und April 2018 schufen die TeilnehmerInnen tolle Kunstwerke, die sie am Ende mit nach Hause nahmen.

Bewerbungscoachings:

Aufgrund regelmäßiger Anfragen an das Projekt Grätzeleltern zur Unterstützung in Bewerbungsprozessen  wurden in Kooperation mit einem größeren Unternehmen zwei Coaching-Workshops zum Bewerbungsprozess organisiert. Diese fanden im September und Oktober 2017 statt. Leitende Angestellte mit viel Erfahrung in der Personalsuche boten zunächst einen Gruppentermin an, indem die TeilnehmerInnen Fragen stellen konnten und darauf sensibilisiert wurden, welche Kriterien und Eindrücke für Personalentscheidungen herangezogen werden und wie die eigene Berufs- und Bildungsbiographie – auch vor dem Hintergrund von Migrations- und Fluchterfahrungen - gut kommuniziert werden kann. In weiterer Folge wurden für interessierte Personen Einzeltermine zur Gesprächsvorbereitung vereinbart. 

Zusätzlich konnten zwei zusätzliche Freiwillige mit deutscher Muttersprache für die Unterstützung bei der Erstellung schriftlicher Bewerbungsunterlagen gewonnen werden. Diese Möglichkeit wurde zunächst wöchentlich und nach einer intensiveren Anfangsphase schließlich nach Bedarf angeboten. 

Interkulturelle Picknicks:

Von Oktober 2014 bis Sommer 2016 wurden monatlich offene Picknicks durchgeführt, die Gelegenheit für informellen interkulturellen Austausch bei gemeinsamem Essen und Trinken boten. Die Picknicks wurden vor allem von freiwilligen Grätzeleltern organisiert und standen allen Interessierten offen. Das Picknick etablierte sich als sozialer Treffpunkt. TeilnehmerInnen kamen  in  diesem  niederschwelligen  Rahmen  schnell  mit anderen TeilnehmerInnen  ins  Gespräch.  Zudem  beinhaltete das Picknick häufig auch ein gemeinsames Musizieren,  das  nach  dem  Essen  stattfand  und  den  Nachmittag gemütlich ausklingen ließ.  

Sprachcafé:

Das Sprachcafé wurde von drei engagierten Freiwilligen eigenständig organisiert und über ein Jahr hinweg wöchentlich angeboten. Das Angebot wurde bewusst offen für alle Sprachniveaus gehalten. Der Einstieg war jederzeit möglich und es entwickelte sich eine Kerngruppe aus regelmäßigen BesucherInnen sowie eine größere Gruppe an gelegentlichen bzw. immer wieder neuen TeilnehmerInnen. Ab einer gewissen TeilnehmerInnenzahl wurde eine Teilung vorgenommen und eine – eher als spielerische Grammatikeinführung konzipierte – Gruppe für AnfängerInnen und eine Konversationsgruppe für Fortgeschrittene angeboten.

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