Viele Leute vor einer Wohnanlage

Pilotprojekt Grätzeleltern (Projektzeitraum 2012-2014)

Das Pilotprojekt gegen Energiearmut erforschte die Thematik Energiearmut in Österreich durch die Verknüpfung von Komponenten der Sozialarbeit, der ehrenamtlichen Arbeit und der Energieberatung. Das Teilprojekt Grätzeleltern unterstützte mithilfe 16 ehrenamtlicher MultiplikatorInnen über 130 betroffene Haushalte dabei, ihre Wohn- und Lebenssituation zu verbessern, Energieeffizienz zu stärken und Belastungssituationen durch Energiearmut zu verringern.

Energiearmut  entsteht  aus  dem  Zusammenspiel  von  niedrigen  Einkommen,  hohen Energiepreisen und energieineffizienten Wohnungen bzw. Geräten. Das vom Österreichischen Institut für Nachhaltige Entwicklung geleitete Pilotprojekt gegen Energiearmut lenkte den Blick auf belastende Wohn- und Lebenssituationen von Menschen, die von Energiearmut betroffen sind, zeigte den dringenden Handlungsbedarf auch auf politischer Ebene auf, und setzte bereits konkrete Maßnahmen gegen Energiearmut unter wissenschaftlicher Begleitung um. Im Rahmen des Projekts wurden in ca. 400 energiearmutsbetroffenen Haushalten vorhandene Belastungssituationen erfasst und der Nutzen von zielgruppenspezifischen Beratungen und initiierten Energieeffizienzmaßnahmen evaluiert (VERBUND-Stromhilfefonds  der  Caritas,  Stromspar-Check,  Grätzeleltern). 

Das Teilprojekt  Grätzeleltern der Stadtteilarbeit der Caritas Wien, das von 2012-2013 im südlichen Wiener Westgürtel umgesetzt wurde, zeigte,  dass  über  die  Arbeit  mit  engagierten  BewohnerInnen Zielgruppen erreicht werden können, die durch bestehende Einrichtungen  häufig  nicht  erreicht  werden.  Über  die sozialen  Netzwerke, Nachbarschaften und Communities sowie durch die niederschwellige, aufsuchende und teils muttersprachliche  Herangehensweise der MultiplikatorInnen  fanden  sie  Zugang  zu  sozial  benachteiligten  und schwer erreichbaren, in der gesellschaftlichen Wahrnehmung damit häufig nicht sichtbaren Gruppen und leisteten damit einen wichtigen Beitrag in der Ergänzung der professionellen Sozialberatung und Energieberatung. 

 

Folgende Maßnahmen wurden im Pilotprojekt gegen Energiearmut umgesetzt 

  • Niederschwellige und kostenlose Vor-Ort-Beratung, kombiniert mit Sofortmaßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz und finanzieller Unterstützung bei armutsbetroffenen Haushalten
  • Erstellung der Broschüre „Gesund Wohnen und Energie Sparen“ zur Verteilung an Haushalte 
  • Evaluierung der umgesetzten Maßnahmen
  • Entwicklung von weiteren strategischen Maßnahmenvorschlägen zur Bekämpfung von Energiearmut
  • Durchführung eines Stakeholder Workshops und Publikation der Projektergebnisse 

 

Evaluationsergebnisse des Forschungsprojekts

  • Im Durchschnitt sind nach der Beratung zwei Energiesparlampen/LED mehr als vor der Beratung im Haushalt vorhanden. Nach der Beratung ist eine signifikante Reduktion von durch die Bezahlung der Energierechnung resultierenden Belastungen feststellbar. 
  • Durchschnittlich verminderten sich nach der Beratung sowohl der Strom- als auch der Heizenergieverbrauch in den beratenen Haushalten.   
  • Durch die im Rahmen des Projekts umgesetzten Maßnahmen der Energieberatung, der Verteilung von Stromsparboxen, des Gerätetauschs sowie weiterer investiver Maßnahmen (Dämmung der  obersten  Geschoßdecke, Tausch von Fenstern, der Gas-Kombitherme und der Heizungsumwälzpumpe) könnten  theoretisch jährlich bis zu 345.951 kWh Endenergie sowie 48.335 kg CO 2 eingespart werden.

FördergeberInnen

  • FFG Logo
  • Klimafonds Logo

KooperationspartnerInnen

  • ÖIN - Logo
  • Austrian Energy Agency Logo

Das Projekt wurde im Rahmen der Programmlinie „Neue Energien 2020“ vom Klimaund Energiefonds und von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

KooperationspartnerInnen waren das Österreichische Institut für Nachhaltige Entwicklung (Projektleitung), die Wirtschaftsuniversität Wien und die Österreichische Energieagentur.