Msgr. Michael Landau

Caritasdirektor Michael Landau

Michael Landau ist seit 1.12.1995 Caritasdirektor der Erzdiözese Wien und seit 13.11.2013 auch Präsident der Caritas Österreich:

Landau wurde am 23. Mai 1960 in Wien als erstes Kind eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter geboren. Zwischen 1978 und 1988 studierte und dissertierte Landau an der Universität Wien im Fach Biochemie. Während seiner Studienzeit trat er in die katholische Kirche ein und wurde 1980 getauft. 1986 begann er das Studium der katholischen Theologie in Wien und trat 1988 ins Priesterseminar ein. In der Folge setzte er seine Studien in Rom an der Päpstlichen Universität Gregoirana und im Collegium Germancium et Hungaricum fort und schloss auch diese Ausbildung 1999 mit dem Doktorat ab. 1992 wurde er zum Priester geweiht. Im November 2006 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Monsignore. Seit 2008 ist Michael Landau Mitglied des Domkapitels von St. Stephan. Zwischenzeitlich war er auch Vorsitzender der Rechtskommission der Caritas Internationalis.

In seiner Amtszeit hat Landau die Arbeit der Caritas der Erzdiözese Wien wesentlich geprägt und gestaltet. In den vergangenen 18 Jahren wurde nicht nur die Arbeit in den Bereichen Hilfe in Not, Betreuen und Pflegen und Menschen mit Behinderung vorangetrieben, sondern mit der Gemeinwesenarbeit wurde auch ein ganzer Teilbereich neu geschaffen. Ein Bereich, der sich neben der pfarrlichen Caritasarbeit vor allem auch um Jugendarbeit kümmert (youngCaritas); ein Bereich, der sich den immer wichtiger werdenden Fragen rund um das Thema Freiwilliges Engagement annimmt und in dem künstlerische Projekte wie die Brunnenpassage oder "Tanz die Toleranz" gestartet wurden. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten gelang es Landau aber auch, mehr Mittel für den Bereich der Auslandshilfe - in der Ukraine, in der Republik Moldau und im Südsudan - zur Verfügung zu stellen.

Die konkrete Arbeit für Menschen in Not stand und steht dabei bis heute im Mittelpunkt - etwa in den Sozialberatungsstellen oder den zahlreichen Obdachloseneinrichtungen. Das Betreuungsangebot im Bereich der Pflege oder im Bereich Menschen mit Behinderung wurde ausgebaut und auch die Zahl der Einrichtungen und jene der MitarbeiterInnen insgesamt ist in dieser Zeit  gewachsen. Arbeiteten 1995 noch knapp 1.400 MitarbeiterInnen für die Caritas der Erzdiözese Wien, so waren es im Jahr 2013 bereits 4.417 hauptamtliche MitarbeiterInnen.

Für seine Verdienste wurde Landau mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien und dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

In seiner Tätigkeit als Caritasdirektor meldete sich Msgr. DDr. Landau auch von Beginn an unermüdlich zu brisanten sozialen Themen zu Wort - etwa wenn es um Armutsfragen in Österreich ging oder wenn Reformen im Pflege- oder Hospizbereich dringend geboten waren. Aber auch im Bereich des Asyl- und Fremdenrechts forderte Landau immer wieder jene Fairness und Menschlichkeit ein, die eine immer komplexer werdende Gesetzesmaterie bis heute vermissen lässt.

Wichtigste inhaltliche Punkte in den vergangenen Jahren:

Zu Beginn von Landaus Amtszeit wurde 1996 die "Gruft", die ursprünglich von einer SchülerInnen-Initiative ausging, übernommen und von der Caritas ausgebaut. Seither hat sich das Betreuungszentrum für obdachlose Menschen mit Tageszentrum und Notquartier zu Österreichs wohl bekanntester Obdachloseneinrichtung entwickelt. Mit der Unterstützung von Bund, Stadt Wien und zahlreichen privaten SpenderInnen gelang es im Jahr 2013 schließlich, ein neues Tageszentrum im angrenzenden Pfarrhof zu eröffnen. Im Jahr 2012 wurden dort 97.320 warme Mahlzeiten ausgegeben. Daneben eröffneten in Landaus Amtszeit auch drei weitere Obdachloseneinrichtungen, die sich vornehmlich an ältere wohnungslose Menschen sowie Menschen mit verschiedensten Erkrankungen richten. Mit dem FrauenWohnzimmer öffnete vor zehn Jahren auch Wiens erstes Tageszentrum für wohnungslose Frauen seine Pforten.

Das Mobile Caritas Hospiz begleitet seit fast 25 Jahren kostenlos schwer und unheilbar kranke Menschen und steht ihren Angehörigen zur Seite - palliativ-medizinisch, -pflegerisch, psychosozial und seelsorgerisch. Landau appellierte in den vergangenen Jahren mehrfach und nachdrücklich an die Verantwortlichen in der Politik, den Ausbau und die Finanzierung von mobilen Hospizteams bzw. von Hospizbetten zu sichern, damit die Menschen jene Zuwendung, Betreuung und Pflege erhalten, die schwer- und unheilbar kranke Menschen benötigen. Mit Kardinal Franz König initiierte Landau eine parlamentarische Enquete zur Hospizarbeit in Österreich. Im 2013 wurde im Parlament schließlich die Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit sowie ein entsprechendes Pflegekarenzgeld beschlossen. Diese finanzielle Unterstützung steht nun auch im Rahmen der Familienhospizkarenz zur Verfügung - eine Absicherung für Menschen, die zur Betreuung von sterbenden Angehörigen bzw. schwerkranken Kindern eine Auszeit von der Erwerbstätigkeit nehmen. Dies wurde von der Caritas schon viele Jahre gefordert. Darüber hinaus wird in der Novelle zum Pflegefondsgesetz der mobile Hospizbereich bei Kindern und Jugendlichen ausdrücklich erwähnt.

Gemeinsam mit Franz Küberl setzte sich Landau in den vergangenen Jahren auch für die Einführung eines Behindertengleichstellungsgesetzes (2006), der Bedarfsorientierten Mindestsicherung (2010) und der Grundversorgung für AsylwerberInnen (2004) ein.