Informationen über die Republik Moldau

Große Armut in der Republik Moldau

In den letzten 10 Jahren konnte die Republik Moldau wichtige Fortschritte im Bereich der Entwicklung verzeichnen, trotzdem bleibt die soziale Situation in der Republik Moldau nach wie vor angespannt und ist von großer Armut gekennzeichnet. Das Land zählt zu den ärmsten Ländern Europas und liegt europaweit am letzten Platz des Human Development Index (HDI). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Die Lebenserwartung beträgt 71 Jahre. Die verarmte Bevölkerungsschicht steht weiterhin vor komplexen Herausforderungen wie einem niedrigen Einkommen, einer hohen Sterberate, erschwertem Zugang zu Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen und sozialer Ausgrenzung. Sinkende Geburtenraten und hohe Auswanderungszahlen führen zu einem starken Druck auf das Pensionssystem und der eingefrorene Konflikt mit Russland in Transnistrien stellt eine ständige Bedrohung dar.

Die kalte Jahreszeit verstärkt die Nöte der EinwohnerInnen, die mitunter keinen Anschluss an sauberes Trinkwasser oder Strom haben. Eine besondere Herausforderung stellt die nicht-anerkannte, autonome Region Transnistrien dar. Völkerrechtlich wird die Region als Teil der Republik Moldau gesehen, verfügt jedoch unter anderem über eine eigene Regierung, Währung und Verwaltung. Dort lebt im Schnitt jedes achte Kind in Armut. Das fehlende Einkommen hat Auswirkungen auf die Sicherheit, die gesunde, kindgerechte Entwicklung und das psychische Wohlbefinden der betroffenen Mädchen und Jungen.

Herausforderung Migration 

Aufgrund der hohen Arbeitslosenrate und dysfunktionaler Arbeitsmärkte ist Moldau das Land mit der größten Arbeitsmigration ins Ausland. Inzwischen lebt ungefähr ein Viertel der arbeitsfähigen Bevölkerung im Ausland. Infolgedessen fehlt es an Fachkräften im Land.  Die ungebrochene Tendenz zur Arbeitsmigration hat auch weitreichende soziale Folgen: Die Kinder, deren Eltern im Ausland arbeiten, bleiben unter der Obhut von überforderten Großeltern oder anderen Verwandten zurück. Häufig leiden sie unter sozialer und materieller Vernachlässigung. Durch das Fehlen von Zukunftsperspektiven in ihrer Heimat haben auch sie eine hohe Bereitschaft zur Abwanderung.  

Ältere und Pflegebedürftige bleiben zurück 

Auch die alten Menschen bleiben oftmals unversorgt zurück. Prekäre Wohnsituationen, brüchige Häuser und schlechte Heizmöglichkeiten stellen eine enorme zusätzliche Belastung für alleinstehende, pflegebedürftige Personen dar. Da die medizinische Versorgung gerade am Land nicht flächendeckend ist, sterben viele von ihnen an Krankheiten, die unter besseren Umständen leicht zu behandeln wären. 

So helfen wir 

In diversen Projekten unterstützte die Caritas Österreich im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen mehr als 3.500 Menschen: Schwerpunktmäßig konzentrierten wir uns im vergangenen Jahr unter anderem auf die Notversorgung und Unterstützung von Personen und Regionen, welche besonders unter den Auswirkungen der Pandemie litten. Des Weiteren erstreckt sich das unterstützende Angebot von mobiler Altenpflege und Heimhilfe für ältere Mitmenschen, über Kindertageszentren für Kinder aus sozial benachteiligten Familien bis hin zu einem Mutter-Kind-Haus, familienähnliche Wohngruppen, Betreuung sogenannter „Care Leavers“ und vielen weiteren Angeboten.