Ein Junge und ein Mädchen sitzen nebeneinander und schauen lachend auf ein Blatt Papier, der Junge schreibt mit einem Kugelschreiber

Die Kinderzentren der Caritas in Moldau unterstützen Kinder in Sachen Bildung © Elisabeth Sellmeier

Caring - Caritas Kinderzentren in der Republik Moldau

In den vier Caritas-Betreuungszentren in Tiraspol, Rashkov, Petropavlovca und Zirnesti erhalten von Armut, Ausgrenzung und schwierigen familiären Verhältnissen betroffene Kinder und Jugendliche täglich Betreuung, Bildung und Schutz. Im Jahr 2026 unterstützte das Projekt CARING insgesamt 342 Kinder und Jugendliche aus 266 Familien. Die Zentren bieten ihnen einen sicheren Ort, an dem sie lernen, sich entfalten und neue Zukunftsperspektiven entwickeln können.

Kinder und Familien in der Republik Moldau leiden weiterhin unter den Folgen der gestiegenen Lebenshaltungskosten und der Energiekrise. Besonders schwierig ist die Situation in Transnistrien, wo sich zwei der vier Zentren befinden – in Tiraspol und Rashkov. Höhere Kosten für Heizung, Strom und Lebensmittel belasten Familien zusätzlich, die bereits in Armut leben. Viele Eltern verlassen das Land auf der Suche nach Arbeit. Ihre Kinder bleiben häufig bei älteren Angehörigen zurück oder wachsen ohne ausreichende elterliche Unterstützung auf. Für manche Kinder sind die Caritas-Zentren der einzige Ort, an dem sie sich auf regelmäßige Mahlzeiten, aufmerksame Bezugspersonen und einen stabilen Tagesablauf verlassen können.

Die Zentren bieten weit mehr als einen sicheren Ort nach der Schule. Die Kinder erhalten Unterstützung bei den Hausaufgaben, beim Lesen und Schreiben sowie in anderen Schulfächern. Darüber hinaus stehen ihnen psychologische, soziale und medizinische Angebote zur Verfügung. Workshops zu Kinderrechten, Gesundheit, digitalen Kompetenzen und Klimaschutz erweitern ihr Wissen. Kreative, sportliche und freizeitpädagogische Aktivitäten stärken ihr Selbstvertrauen und helfen ihnen, Freundschaften aufzubauen. Eine tägliche warme Mahlzeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Betreuung. Auch Eltern erhalten Beratung und praktische Unterstützung, um ihre Erziehungs- und Kommunikationskompetenzen zu stärken.

Haus "Petruschka"

Ein Video von Caritas Moldau

Das Kinderzentrum „Petrushka" in Tiraspol bietet besonders umfassende Unterstützung. Im Jahr 2026 erhielten 64 Kinder einen individuellen Betreuungsplan und Zugang zu einer vorübergehenden Unterkunft. Während ihres Aufenthalts wurden sie täglich mit vier Mahlzeiten, sauberer Kleidung und einem Wäscheservice versorgt. Bei Bedarf erhielten sie zudem medizinische und psychologische Unterstützung. Die Mitarbeiter*innen des Zentrums besuchten Familien zu Hause, arbeiteten eng mit Schulen und öffentlichen Einrichtungen zusammen und unterstützten Eltern dabei, die Ursachen ihrer schwierigen Lebenssituation zu bewältigen. Fünf Familien erhielten dringend benötigte Haushaltsgegenstände, darunter Betten, Matratzen, Bettwäsche und Schulmöbel.

Das Zentrum begleitet auch junge Menschen, die Betreuungseinrichtungen verlassen, auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben. Sechs Studierende und Auszubildende lebten in betreuten Sozialwohnungen in Tiraspol, während sie ihre schulische oder berufliche Ausbildung fortsetzten. Sie erhielten eine Unterkunft, Mahlzeiten, ein kleines monatliches Stipendium sowie regelmäßige Begleitung durch eine Sozialarbeiterin, eine Psychologin und eine Koordinatorin. Die jungen Menschen erwarben wichtige praktische Fähigkeiten für ein eigenständiges Leben und konnten sich bei Schwierigkeiten in der Ausbildung oder im Alltag jederzeit an das Zentrum wenden.

Andreis Geschichte zeigt, wie rechtzeitige Unterstützung das Leben eines Kindes verändern kann. Als der zehnjährige Andrei im September 2025 in das Zentrum kam, besuchte er keine Schule und war weder bei den örtlichen Gesundheits- noch bei den Bildungsbehörden registriert. Er konnte noch nicht lesen, schreiben oder einfache Rechenaufgaben lösen. Die Mitarbeiter*innen von Caritas halfen ihm dabei, die erforderlichen medizinischen Unterlagen zu erhalten, und bereiteten ihn mit täglichem, individuell abgestimmtem Unterricht auf den Schulbesuch vor. Innerhalb kurzer Zeit erwarb Andrei die notwendigen Grundkenntnisse, absolvierte die erforderlichen Einstufungen und konnte erfolgreich in eine Regelschule aufgenommen werden. Heute lernt er gemeinsam mit gleichaltrigen Kindern und hat damit einen wichtigen Schritt in eine sicherere Zukunft gemacht. 

Die Kinderzentren helfen Kindern, den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung zu sichern und in ihre Gemeinschaft eingebunden zu bleiben. Eltern berichten, dass ihre Kinder offener, neugieriger und selbstbewusster im Umgang mit anderen werden. Auch die Familien beteiligen sich zunehmend an den Aktivitäten der Zentren und stehen in engerem Austausch mit Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen. Diese Zusammenarbeit stärkt das Gefühl der Zugehörigkeit und stellt sicher, dass Kinder nicht nur in akuten Krisen, sondern während ihrer gesamten Entwicklung Unterstützung erhalten.

Mit Ihrer Unterstützung erhalten Kinder in der Republik Moldau nahrhafte Mahlzeiten, Lernförderung, psychosoziale Betreuung und den Schutz, den sie für ein sicheres Aufwachsen brauchen. Ihre Spende unterstützt Kinderhilfsprojekte in der Republik Moldau.

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