Die Republik Moldau ist nach wie vor eines der ärmsten Länder Europas. Für junge Mütter, die von Armut, Gewalt, familiärer Ablehnung oder Obdachlosigkeit betroffen sind, kann die Geburt eines Kindes eine bereits schwierige Lebenssituation zusätzlich verschärfen.
In Chișinău bietet das Mutter-Kind-Zentrum „In den Armen der Mutter", das von der lokalen Partnerorganisation Diaconia betrieben wird, gefährdeten Müttern und ihren Kindern einen sicheren Zufluchtsort. Das Zentrum stellt nicht nur eine Unterkunft zur Verfügung: Die Frauen finden hier Schutz, professionelle Begleitung und die Möglichkeit, für sich und ihre Kinder eine selbstständige Zukunft aufzubauen.
Schutz, Unterstützung und ein Weg in die Selbstständigkeit
Im Jahr 2025 fanden insgesamt 26 Mütter und Kinder im Zentrum Schutz und Betreuung. Seit Beginn des Krieges wurden dort auch vier ukrainische Mütter und fünf Kinder aufgenommen.
Ein engagiertes Team aus Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen und einer Psychologin unterstützt jede Familie dabei, wieder Stabilität zu gewinnen. Die Mütter erhalten Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder und können ihre Erziehungskompetenzen stärken. Darüber hinaus bietet das Zentrum psychologische und soziale Beratung und begleitet die Frauen bei der beruflichen Ausbildung, der Arbeits- und Wohnungssuche, bei Behördenwegen sowie beim Wiederaufbau unterstützender familiärer Beziehungen. Ziel ist es, jeder Mutter zu ermöglichen, für sich und ihr Kind eine sichere und eigenständige Zukunft zu gestalten.
Alina entschied sich für ein Leben ohne Angst
Als die 25-jährige Alina im Dezember 2025 Kontakt mit dem Zentrum aufnahm, stellte sie eine einfache, aber dringende Frage: „Können Sie mir helfen?"
Hinter diesen Worten stand die Geschichte einer jungen Mutter, die viel zu lange mit Gewalt und Angst gelebt hatte. Alina wuchs ohne ihre Mutter auf und erfuhr in ihrer Familie nur wenig emotionale Sicherheit. Trotz dieser schwierigen Umstände schloss sie ein Studium im Bereich Rechnungswesen ab, heiratete und zog nach Deutschland – in der Hoffnung, sich dort ein stabiles Leben aufzubauen. Stattdessen erlebte sie verbale und körperliche Gewalt durch ihren Ehemann, auch während ihrer Schwangerschaft.
Nach der Geburt ihrer Tochter Maria kehrte Alina in die Republik Moldau zurück. Als die Gewalt anhielt, traf sie die schwierige Entscheidung, ihren Mann zu verlassen.
„Mir wurde klar, dass ich nicht möchte, dass meine Tochter mit dem Glauben aufwächst, Gewalt sei normal. Es war die schwerste Entscheidung meines Lebens, aber auch die notwendigste."
Heute sind Alina und Maria im Mutter-Kind-Zentrum „In den Armen der Mutter" in Sicherheit. Mit Unterstützung des Teams bereitet sich Alina auf das Scheidungsverfahren vor, sucht eine Arbeitsstelle und unternimmt wichtige Schritte in Richtung finanzieller Unabhängigkeit. Jeden Tag gewinnt sie neues Selbstvertrauen und schafft für ihre Tochter eine sicherere Zukunft.
„Heute kann ich endlich wieder frei atmen. Ich habe noch einen langen Weg vor mir, aber jetzt habe ich Hoffnung und weiß, dass ich nicht allein bin."
Alinas Geschichte zeigt, was möglich wird, wenn eine Mutter rechtzeitig Schutz und professionelle Unterstützung erhält: Sie kann den Kreislauf der Gewalt durchbrechen, die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückgewinnen und ihrem Kind geben, was jedes Kind verdient – Sicherheit, Liebe und die Chance, ohne Angst aufzuwachsen.
Mehr als 230 Neuanfänge
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2011 hat das Mutter-Kind-Zentrum 236 Mütter und ihre Kinder mit einer sicheren Unterkunft, Beratung und praktischer Hilfe unterstützt.
Damit das Zentrum diese lebenswichtige Arbeit fortsetzen kann, ist es auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Mit Ihrer Spende schenken Sie einer jungen Mutter und ihrem Kind ein sicheres Zuhause, professionelle Betreuung und die Chance auf einen Neuanfang.