Landwirtschaftliche Ausbildung für südsudanesische Geflüchtete im Norden Ugandas


Bereits seit Jahren nimmt Uganda Vertriebene aus den Nachbarländern Südsudan, Demokratische Republik Kongo, Somalia, Ruanda und Burundi auf. Aus dem Südsudan kommen mehr als die Hälfte der über eine Million Flüchtlinge im Land. Für die Wirtschaft des Aufnahmelandes ist die Versorgung vieler Flüchtlinge eine Herausforderung. Ihre Ankunft geht mit dem Anstieg der lokalen Nahrungsmittelpreise sowie vermehrter Belastung der Umwelt einher.

Die Caritas hat daher gemeinsam mit dem ADRAA Landwirtschaftscollege in zwei Flüchtlingscamps im Nordwesten Ugandas ein Projekt zur Stärkung der Geflüchteten und deren Aufnahmegemeinschaften gestartet. Durch ein Stipendium erhalten Flüchtlinge aus dem Südsudan die Möglichkeit, am ADRAA-College Techniken der nachhaltigen Landwirtschaft zu erlernen und anzuwenden mit dem Ziel, dass die AbsolventInnen in Zukunft selbstständig für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Dabei werden nicht nur die Geflüchteten, sondern auch die Gemeinschaften der ugandischen Aufnahmegesellschaft miteinbezogen. Insgesamt profitieren 300 Menschen vom Projekt, darunter auch zahlreiche junge Frauen.

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Das ABC der nachhaltigen Landwirtschaft

Bisher wurden 120 Studierende (34 Frauen, 86 Männer) bereits im College ausgebildet, die nächsten 120 werden derzeit ausgewählt. Sie erhalten Trainings u.a. in nachhaltiger Landwirtschaft und Viehhaltung (v.a. Hühner und Schweine), Wasser- und Bodenschutz, Gartenbau, Aufbau von Baumschulen, Bienenzucht sowie Vermarktungsstrategien landwirtschaftlicher Produkte. Darüber hinaus werden in der Ausbildung auch Themen wie Konfliktmanagement, Traumabehandlung sowie Gleichberechtigung von Männern und Frauen in der Landwirtschaft behandelt. Der Lehrgang des ADRAA College bietet zum Beispiel Kinderbetreuung an, damit mehr Frauen mit Kindern am Unterricht teilnehmen können.

Um noch mehr Menschen zu erreichen, bildet das College zusätzlich noch 20 AbsolventInnen als landwirtschaftliche BeraterInnen aus. Ihre landwirtschaftlichen Haushalte dienen als Vorzeigemodell und Lernmöglichkeit für die Bauern und Bäuerinnen in den Dorfgemeinschaften. So können noch viele weitere Haushalte, die sonst keinen Zugang zu den Lehrgängen am ADRAA-College hätten, vom Wissen und den Fähigkeiten der BeraterInnen profitieren.

Bruder Charles Lagu, Direktor des ADRAA-Colleges erklärt: „Das Ziel unserer Lehrgänge ist es, den Begünstigten Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, um ihr Leben selbst in die Hand nehmen zu können.“ Durch das erhaltene Know-How können Nahrungsmittel angebaut und Familien ernährt werden. Doch nicht nur das, betont Bruder Charles, die landwirtschaftlichen Produkte können auch am Markt verkauft und durch die erwirtschafteten Einkommen Schulgebühren und medizinische Behandlungen bezahlt werden.

 

Vernetzung der Lehre

Bruder Charles Lagu hat große Pläne für die Zukunft der Hochschule. Es soll eine Vernetzung mehrerer landwirtschaftlicher Ausbildungszentren in ganz Ostafrika stattfinden. ADRAA arbeitet daran, gleichgesinnte Institutionen in Kenia, Uganda, Tansania und im Südsudan zusammenzubringen, um Wissen auszutauschen, Synergien zu nutzen und Innovationen voranzutreiben und in weiterer Folge noch mehr Menschen im Kampf gegen den Hunger unterstützen zu können. 

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