Hilde Dalik und die Caritas appellieren: „Muttertag 2022 muss mehr sein als Blumenstrauß, Kaffee und Kuchen!“ 

Im Vorfeld des diesjährigen Muttertags warnt die Caritas gemeinsam mit Schauspielerin Hilde Dalik vor einer zunehmenden Not von Frauen und Kindern in Österreich – zum einen, weil die Zahl von geflüchteten Frauen und ihren Kindern aus der Ukraine weiter steigt, zum anderen auch, weil Rekordinflation und Teuerungen den Druck insbesondere auch auf Alleinerziehende massiv erhöhen. Klaus Schwertner, gf. Caritasdirektor der Erzdiözese Wien: „Wir sehen es in den 56 Sozialberatungsstellen und in neun Mutter-Kind-Häusern in ganz Österreich: Der Druck auf die Betroffenen ist in den vergangenen Wochen und Monaten massiv gestiegen. Die Situation von vielen Frauen und ihren Kindern ist prekär. Es fällt auf, dass besonders jene Frauen, die bisher gerade noch irgendwie über die Runden gekommen sind, nicht mehr wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen. Die sozialen Folgen der Pandemie, die stärkste Inflation seit 40 Jahren und massiv gestiegene Preise stellen eine zunehmend unüberwindbare Herausforderung dar. Und für unsere Mutter-Kind-Häuser gilt: Die Nachfrage nach unserer Hilfe ist mittlerweile größer als das Angebot.“

Alleinerziehende Frauen deutlich häufiger von Armut betroffen

Dass sich die soziale Not gerade auch für Frauen und Kinder zuletzt deutlich zugespitzt hat, belegen auch aktuelle Studien und Berichte. Laut aktueller EU-Silc-Daten sind fast die Hälfte der Alleinerzieher*innen in Österreich von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Zum Vergleich: Der Schnitt in der Bevölkerung liegt bei 17 Prozent. Für Schauspielerin Hilde Dalik, die das Mutter-Kind-Haus Luise der Caritas in Wien besucht hat, ein nicht hinzunehmender Zustand: „Während die Armutsgefährdung in der Bevölkerung leicht zurückgegangen ist, ist sie bei Alleinerziehenden stark gestiegen. Ich konnte mir hier selbst ein Bild davon machen, was das für die Frauen konkret bedeutet. Gründe dafür, warum Mütter und ihre Kinder Gefahr laufen, plötzlich auf der Straße zu stehen, gibt es viele. Aber alle Geschichten eint, dass den Frauen spätestens zu Monatsende das Geld für Mieten, Heizen oder Essen gefehlt hat – ganz gleich, ob Erwerbseinkommen oder Sozialleistung. Und wenn heute österreichweit 18.000 Kinder mehr von Armut betroffen sind als noch vor einem Jahr, dann ist klar: Das kann‘s nicht sein.“ 

Caritas fordert Kindergrundsicherung, Sozialhilfe-Reform und Valorisierungen 

Zwar begrüßt die Caritas die jüngst beschlossenen Einmalhilfen der Bundesregierung ebenso wie die angekündigten Reparaturen im Rahmen der Sozialhilfe Neu, gleichzeitig hält Schwertner aber fest: „Diese Schritte werden angesichts teils massiver Teuerungen nicht ausreichen.“ Er verweist dabei auf eine aktuelle Studie des Momentum-Instituts, wonach die verschiedenen Sozialleistungen seit Beginn des Jahres durch die Inflation um 36 Millionen Euro an Wert verloren haben dürften. Konkret fordert die Caritas deshalb wie zuletzt etwa auch das WIFO eine jährliche Valorisierung von Sozialleistungen. Darüber hinaus stehe auch eine gesamthafte Reform der Sozialhilfe NEU dringend an und der Familienbonus müsse auch einkommensschwache Familien erreichen. Und einmal mehr erinnert die Caritas an das Modell einer Kindergrundsicherung für Österreich, die ein Leben ohne Armut für jedes Kind und somit auch eine dauerhafte Lösung für armutsgefährdete Familien und insbesondere Alleinerziehende sicherstellen könnte. „Wenn der Muttertag 2022 also mehr sein soll als Blumenstrauß, Kaffee und Kuchen, dann wäre es der richtige Zeitpunkt, zumindest einige dieser Reformen auf den Weg zu bringen. Reformen, von denen im Übrigen nicht nur Frauen, sondern auch Männer und Kinder – unsere Gesellschaft insgesamt – profitieren würden.“

Die sinnvolle Alternative: Spenden Sie ein Muttertagsgeschenk!

In den drei Mutter-Kind-Häuser der Caritas der Erzdiözese Wien sind aktuell 63 Frauen und 97 Kinder untergebracht. Die Häuser sind dringend auf Spendengelder angewiesen. Mit der gemeinsamen Aktion #Mütternhelfen von BIPA und P&G sollen noch bis 18. Mai bis zu 100.000 Euro für die Mutter-Kind-Häuser in ganz Österreich gesammelt werden. Mit jedem Kauf einer Packung der Marken Ariel, Always, Braun, Gillette Venus, Fairy, Oral B, Pampers und Pantene im Bipa Online Shop oder in einer Bipa Filiale füllt sich der Spendentopf. „Herzlichen Dank für das große, zuverlässige und langjährige Engagement. Wenn es eine gute Nachricht in diesen fordernden und verunsichernden Zeiten gibt, dann ist es die große Bereitschaft zu helfen – in der Bevölkerung und von Partnern in der Wirtschaft. Klar ist aber auch: Die Hilfe wird einen langen Atem brauchen. Deswegen der dringende Appell: Bitte helfen Sie weiterhin helfen. Ganz einfach etwa in unserem wirhelfen.shop. Mit 20 Euro kann etwa ein Babypaket mit Windeln, Babynahrung, Stramplern uvm. geschnürt werden“, Schwertner. 

So können Sie helfen: 
-    20 Euro kostet ein Babypaket mit Windeln, Babynahrung, Stramplern uvm. 
-    Mit 33 Euro ermöglichen Sie eine Übernachtung im Mutter-Kind-Haus inkl. Beratung, Essen und Kleidung
-    Mit 150 Euro können wir eine neue Matratze und Bettwäsche kaufen

Caritas-Spendenkonto:
Erste Bank, IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000, BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Mutter-Kind-Häuser
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