Augustsammlung

Wie Hunger und Covid die Not verschärfen

Wenn Hunger ständiger Begleiter ist, gibt es kaum etwas anderes als die Nahrungsmittelbeschaffung, woran man denken kann. Hunger zu stillen und somit das Überleben der Familie zu sichern sind so zentral, dass Menschen auch noch so hohe Risiken eingehen, um an Essen und Trinkwasser zu kommen – das Risiko einer Krankheit, das Risiko, in einen Schusswechsel zu geraten, das Risiko zu sterben.

Wir können nicht einfach zusehen, wie Menschen Tag für Tag um ihr Auskommen und Leben bangen müssen. In den letzten Jahrzehnten hat die Caritas deshalb schon vielen Familien durch nachhaltige Projekte geholfen, ihre Ernährung zu sichern und auch in Krisenzeiten satt zu werden. Konflikte, Naturkastastrophen, die durch den Klimawandel immer mehr begünstigt werden, Heuschreckenplagen und nicht zuletzt die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben dazu beigetragen, den Hunger in den ärmsten Ländern der Welt wieder zu verschärfen.

Südsudan: Ein junges Land im Ausnahmezustand

Eines dieser ärmsten Länder weltweit ist der Südsudan. Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit vom Sudan ist das Land stärker von Hunger und Armut betroffen als kaum zuvor. Über zwei Millionen Menschen sind in die Nachbarländer Äthiopien oder Uganda geflohen. 1,5 Millionen gelten als intern Vertriebene, die – wenn überhaupt – traumatisiert und ausgehungert in den Flüchtlingslagern Zuflucht gefunden haben. Die Hälfte der Bevölkerung (sechs Millionen Menschen) ist unterernährt. Besonders verwundbar sind Kinder. Etwa ein Drittel der Kinder im Südsudan hat ein zu geringes Körpergewicht, um sich gesund entwickeln zu können. Corona-bedingt sind seit April 2020 die Schulen geschlossen. Das bedeutet für die Kinder nicht nur Mangel an Bildung, sondern auch den Verlust von regelmäßigen Mahlzeiten.

Frauen als Kämpferinnen gegen Hunger in der Pandemie

Am Beispiel Südsudan wird auch deutlich, wie wichtig Frauen in der Bekämpfung des Hungers sind. Sie sind diejenigen, die sich um die Ernährung und die Gesundheit der Familie kümmern. Sie arbeiten am Feld, halten Tiere, verarbeiten Lebensmittel und sorgen für Mahlzeiten, sammeln Holz und holen Wasser. Frauen versorgen die Kleinsten und kümmern sich um kranke Familienmitglieder. Wie es der Familie geht, hängt wesentlich von Frauen ab. In von Bürgerkrieg betroffenen Ländern wie dem Südsudan bleiben Frauen mit den Kindern oft alleine zurück. Frauen zu fördern, ihnen Informationen über Covid-19, Hygiene und nachhaltige Ernährungsmethoden, Werkzeuge und Landwirtschaftsschulungen zu ermöglichen, ist für die Gesundheit und die Bekämpfung des Hungers eines ganzen Landes entscheidend.

Kirchenglocken gegen Hunger

Um auf den stillen Skandal des Hungers aufmerksam zu machen, läuten am Freitag, 30. Juli 2021, um 15 Uhr österreichweit die Kirchenglocken. Das Läuten - zur Sterbestunde Jesu – soll Aufmerksamkeit erregen, aber auch zum Engagement gegen Hunger aufrufen. Denn wir alle können einen Beitrag leisten. Etwa indem man die Caritas bei ihrer Hungerkampagne unterstützt, Informationen weiterträgt, Glocken läutet oder Spenden sammelt!

Plakate

Gottesdienstunterlage

Fashion for Future

Caritas-Aktionstag am 6.8. für Frauenprojekte im Südsudan

Die Caritas kann zaubern! Ihre Hose wird zu einem Mangobaum, Ihr T-Shirt zu einer Gießkanne. Wie das geht? Ganz einfach, bringen Sie ab dem 12. Juli Ihre selten getragenen Kleidungsstücke ins carla, dort werden sie für einen guten Zweck verkauft. So hilft Ihr T-Shirt, Ihre Bluse, Ihre Hose doppelt: Nicht nur, dass sich ein*e neue Besitzer*in über Ihr schickes Teil freut, ohne dass die Umwelt belastet wurde, der Erlös ermöglicht Frauen im Südsudan eine Zukunft ohne Hunger.

Und so geht’s: Ab 12. Juli ruft die Caritas medial dazu auf, den Kleiderschrank nach gut erhaltener, schicker Kleidung zu durchsuchen. Bis zum 5. August können die Kleiderspenden in einem der beiden carlas (Mittersteig 10, 1050 Wien, Steinheilgasse 3, 1210 Wien) persönlich oder per Post abgegeben werden.

Aktionstag: Vorbeischauen lohnt sich! Am 6. August werden die Kleidungsstücke im carla mittersteig verkauft, der Gesamterlös des Tages kommt den Projekten im Südsudan zugute. Wer keine Zeit hat vorbeizukommen, kann ausgewählte Einzelstücke im wirhelfen.shop kaufen.

2nd Hand bedeutet Nachhaltigkeit

In Österreich werden pro Kopf jährlich rund 19kg Textilien gekauft. Bei einem durchschnittlichen Gewicht von 320g pro Stück entspricht das jährlichen 60 Kleidungsstücken pro Österreicher*in. Im Durchschnitt kaufen wir also mehr als ein Kleidungsstück pro Woche. 75.000 Tonnen Textilien landen pro Jahr im Restmüll, 26.000 werden getrennt gesammelt – 11,2 kg bzw. 35 Kleidungsstücke werden von jedem und jeder Einzelnem im Durchschnitt also jährlich wieder entsorgt. Dabei hat jeder von uns bereits ein durchschnittliches Kleidungslager von 50 kg (156 Kleidungsstücken) zuhause angehäuft. https://www.global2000.at/alte-textilien

8.000, 150, 60, 35. Wirklich nur Zahlen? 8.000 Liter Wasser benötigt eine Jeans. Die Baumwolle für ein 200 Gramm schweres T-Shirt wurde mit 150 Gramm Pesti- und Insektiziden belastet. 60 Kleidungsstücke kauft jede*r Österreicher*in und entsorgt 35 im Durchschnitt pro Jahr.

Baumwolle ist durstig und genauso wie Wasser und Ackerland ist diese Ressource begrenzt. Plastik, das immer mehr in Kleidungsstücke verwoben wird, weil viel billiger, ist eine enorme Belastung für die Umwelt und verhindert das Recycling von Kleidung, weil Mischgewebe einfach nicht recyclebar sind. Die Textilindustrie produziert immer billiger und schneller, bis zu 24 Kollektionen pro Jahr. Ein System, das sich für niemanden mehr ausgeht. Das nachhaltigste Kleidungsstück ist jenes, das nicht produziert werden muss. 2nd Hand Shopping ist eine Möglichkeit, hier einen Beitrag für Veränderung zu leisten. Und nicht nur das: bei einem Einkauf im Carlas gibt es auch einen sozialen Mehrwert,den stets werden damit auch caritative Projekte unterstützt.

Hier noch einige Tipps, welchen Beitrag jede*r Einzelne*r für eine Veränderung leisten kann:

  • Kaufe gebrauchte Kleidung, z. B. in unseren Carla Shops
  • Kaufe weniger Kleidung, dafür bei kleinen Fair Fashion-Labels
  • Achte auf Zertifikate (z. B. GOTS Zertifikat)
  • Organisier eine Kleidertauschparty in deinem Freundeskreis
Kontakt

PfarrCaritas und Nächstenhilfe

Stephansplatz 6/1/ 2. Stock

1010 Wien