Kältewelle hält an: Caritas bittet Bevölkerung weiter um Unterstützung

Die anhaltend eisigen Temperaturen sind für obdachlose Menschen vor allem in der Nacht lebensgefährlich. Streetworkteams der Caritas berichten von ersten Unterkühlungen und sogenanntem Kältestress bei obdachlosen Menschen in Wien. „Dank Hinweisen aus der Bevölkerung und professioneller Zusammenarbeit mit den verschiedenen Streetwork- und Rettungsdiensten konnte den Betroffenen in den letzten Tagen noch rechtzeitig geholfen werden. Unsere Teams der Kältebusse, der Suppenbusse und des Louisebusses, der rollenden medizinischen Ambulanz der Caritas, sind aufgrund der kalten Temperaturen höchst alarmiert. Die aktuellen Minusgrade sind für akut obdachlose Menschen lebensgefährlich und gerade deshalb sind die Hinweise, die wir aus der Bevölkerung beim Kältetelefon erhalten so wichtig“, berichtet Caritasdirektor Klaus Schwertner. Seit dem Jahreswechsel liefen die Leitungen des Caritas Kältetelefons (01/480 45 53) heiß. Seit Beginn der Wintersaison im November zählte die Caritas allein in Wien beim Kältetelefon mehr als 5.600 Anrufe aus der Bevölkerung. „In knapp 200 Fällen konnten wir Menschen dank dieser Hinweise in ein Notquartier vermitteln“, berichtet Susanne Peter, Verantwortliche des Caritas Kältetelefons und selbst als Streetworkerin im Einsatz. „Darüber hinaus verteilen unsere Streetwork-Teams winterfeste Schlafsäcke und trockenes und wärmendes Gewand.“ Peter berichtet von vielen Kältetelefon-Anrufer*innen, die wissen möchten, wie sie jetzt am besten helfen könnten. Peter: „Wer uns anruft, hat schon vieles richtig gemacht! Denn die goldene Regel lautet: Rufen Sie lieber einmal zu oft beim Kältetelefon als einmal zu wenig. Und dasselbe gilt für die obdachlose Person, der sie begegnen: Sprechen Sie sie an, fragen Sie sie, ob sie Hilfe benötigt und achten Sie darauf, ob die Person ausreichend vor Kälte geschützt ist. In allen medizinischen Notfällen wählen Sie bitte unverzüglich 144.“

Auslastung in Wiener Notquartieren bei nahezu 100 Prozent

Die Caritas begrüßt, dass der Fonds Soziales Wien das Notquartiersangebot zuletzt um 30 Plätze aufgestockt hat. „Aktuell stehen damit knapp 1.000 Schlafplätze im Rahmen der städtischen Winternothilfe in ganz Wien zur Verfügung. Der Andrang in die Quartiere war in den vergangenen Tagen und Nächten aufgrund der tiefen Temperaturen sehr hoch. Die Auslastung lag bei nahezu 100 Prozent“, so Schwertner. „In der Gruft sind derzeit alle 60 Betten bis auf den letzten Platz belegt, die Nachfrage nach warmen Mahlzeiten ist sowohl hier, als auch in den 43 Wärmestuben der Caritas groß. Aktuell sind es etwa 250 warme Mahlzeiten pro Tag, die wir alleine in der Gruft ausgeben.“ Besondere Sorge bereitet der Caritas aktuell, dass in wenigen Tagen das letzte Ankunftszentrum für Kriegsvertriebene aus der Ukraine schließt. „Wie es ab 9. Jänner weitergeht, ist völlig offen. Ich appelliere einmal mehr an die politisch Verantwortlichen im Innenministerium und den Bundesländern hier alles zu unternehmen, um Obdachlosigkeit bei ukrainischen Familien mit Kindern, älteren oder chronisch kranken Menschen in den ersten Tagen nach ihrer Ankunft in Österreich zu verhindern. Ich rechne mit einem steigenden Druck auf die Notquartiere und dramatischen Situationen, wenn hier nicht in letzter Minute noch eingelenkt wird“, zeigt sich Schwertner alarmiert.

Caritas für obdachlose Menschen im Einsatz

Die Caritas stellt allein in Wien ganzjährlich 1.971 Beherbergungs- und Notquartiersplätze zur Verfügung. In den Wintermonaten wurde das Angebot einmal mehr ausgeweitet: Die Caritas Streetwork-Teams sind seit Wochen täglich im Einsatz, um Menschen mit winterfesten Schlafsäcken und warmer Kleidung auszustatten oder sie in ein Notquartier zu bringen. In Abstimmung mit dem Fonds Soziales Wien wurden alleine bei der Caritas zusätzlich 140 Notquartiersbetten bereitgestellt.

Sach- und Geldspenden dringend erbeten

Um ihre Hilfe weiter aufrechterhalten zu können, bittet die Caritas dringend um Sach- und Geldspenden. Schwertner: „Es ist klar: Wir sind als Hilfsorganisation nur so stark wie die Menschen, die unsere Arbeit mit einer Spende mittragen. Bitte helfen Sie in einer außerordentlichen Zeit und schenken Sie mit 70 Euro ein Gruft-Winterpaket – bestehend aus einem winterfesten Schlafsack und sieben warmen Mahlzeiten. Ihre Hilfe macht einen entscheidenden Unterschied. Danke.“ Auch der Bedarf an Sachspenden ist weiter groß. So werden etwa waschbare Wolldecken, winterfeste Stiefel oder auch Hygieneprodukte weiter dringend gebraucht.

Caritas Spendenkonto
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: "Gruft Winterpaket"

Online-Spenden: www.gruft.at oder wirhelfen.shop/winterpaket

Den aktuellen Bedarf an Sachspenden sowie Abgabestellen finden Sie hier.