Eröffnet wurde die Jubiläumsfeier von Irene Guschl und Ilse Fossek, die sichtlich bewegt auf das erste Jahr zurückblickten: „Das carla hat nicht nur Retz verändert, sondern auch uns persönlich. Die vielfältigen Begegnungen und die entstandenen Freundschaften sind eine täglich neue Bereicherung.“
Ein besonderer Dank galt der Pfarre Retz, die als Vermieterin der Räumlichkeiten zur zentralen „Ermöglicherin“ des Projekts wurde und damit den Auftrag der gelebten Nächstenliebe mit praktischem Leben füllt. Pfarrer Clemens Beirer und die Leiterin der Pfarrcaritas Retz, Helga Schönbauer, unterstrichen durch ihre Anwesenheit diese enge Verbundenheit.
Bürgermeister Stefan Lang fand in seiner Ansprache ebenfalls klare Worte für die Bedeutung der Einrichtung: „Das carla zeigt eindrucksvoll die vielen wertvollen Facetten der Caritas-Arbeit direkt vor Ort auf. Es ist ein wesentlicher Mosaikstein im sozialen Gefüge unserer Stadt geworden. Was mich besonders freut, ist, dass hier der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der Pfarre und den Bürgern so vorbildlich funktionieren.“
Wie viel Arbeit und Herzblut in diesem einen Jahr steckten, machte ein großartiger filmischer Rückblick deutlich. Der Film nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die vergangenen zwölf Monate – vom Aufbau, der Eröffnung über die ersten Spenden bis hin zu den vielen Begegnungen im Alltag. Er zeigte ungeschminkt und lebendig, wie aus einer Idee eine Gemeinschaft gewachsen ist.
Thomas Krottendorfer, Leiter der Caritas-Region Weinviertel, betonte diesen Aspekt in seiner Ansprache: „Ein Pop-up-Store wird oft als flüchtige Erscheinung wahrgenommen, doch carla Retz hat in nur zwölf Monaten tiefe Wurzeln geschlagen. Die Pfarre hat uns hier sprichwörtlich den Raum gegeben, damit Nächstenliebe wachsen kann. Es geht uns darum, Dingen einen Wert und Menschen eine Chance zu geben. Wir schenken Gegenständen ein zweites Leben und schaffen gleichzeitig einen Raum für Inklusion, in dem jeder willkommen ist.“
Dass die Idee lebt, zeigte die zahllose Schar an Gästen: Menschen mit und ohne Behinderung, Stammgäste und Neugierige feierten Seite an Seite. Krottendorfer strich die soziale Kraft dieses Ortes hervor: „Was wir hier in Retz erleben, ist die Caritas-Idee in ihrer reinsten Form: Eine Gemeinschaft, die zusammenhält. Es ist spürbar, wie sehr die Menschen diesen Ort schätzen – nicht nur wegen der Waren, sondern wegen der Begegnung auf Augenhöhe. carla ist ein Ort, an dem jeder niederschwellig seinen Platz findet.“ Er dankte auch den zahlreichen Spendern. Wie wichtig diese Einrichtung gerade in wirtschaftlich fordernden Zeiten ist, zeigten Rückmeldungen im Nachfeld der Feier: Für viele Besucher, insbesondere für Mindestpensionisten, stellt der Shop eine wesentliche finanzielle Entlastung dar.
Ein absolutes Highlight war die Jubiläums-Modenschau. Freiwillige präsentierten unter großem Applaus stilvolle Second-Hand-Outfits. Für besonderen Jubel sorgten drei Kinder, die mit viel Charme Kindermode vorführten. Ohne die 13 Freiwilligen wäre dieser Erfolg nicht denkbar. Stellvertretend wurden Frau Strobl, die über 52 Wochen lang jeden Termin mit ihren Kuchenspenden versüßte, sowie Ilse Fossek, deren Auge für Dekoration den Laden prägt, geehrt. Der feierliche Nachmittag fand seinen krönenden Abschluss beim Anschnitt der großen Geburtstagstorte.
