Alexander Liedl

Unbekannte Hieroglyphen, neue Mikroorganismen oder embryonale Lebewesen? Auf den ersten Blick rufen die Bilder von Alexander Liedl viele Assoziationen hervor. Oft hunderte Kleinstfigurationen, sich ständig amorph verwandelnde Wesen, die manchmal Tier-, manchmal vegetative Gestalt annehmen. Dabei formen sich die Bildteile immer wieder ansatzweise zu geometrischen Reihen und Mustern, aus denen sich Bildschemata entwickeln. Im Gesamten werden sie zu einer Bildmatrix, die sich autokatalytisch zu bilden scheinen. Gewebeartig wuchern sie mittels Fineliner und Faserstiften organisch über das Papierblatt, überwuchern sich fallweise, werden in seiner Malerei zu einer farbverbundenen Fläche oder vereinzeln sich in eigenwilligen Figurationen. Und dies erstaunlich variationsreich und phantasievoll, nie gleicht die Form eines Elements einem anderen; hinzu kommen Verschmelzungen einzelner Figuren, unterscheidbar nur durch jeweils andere Farbgebung.

© Carl Aigner

Biographie

1962 in Melk geboren und wuchs bei seiner Großmutter sowie in Heimen auf. Er kam als Jugendlicher zur Caritas in Retz und arbeitete beim Lebensmittelhändler Spar. Von 1992 bis zur Übersiedlung 2022 gehörte er der Kunstgruppe Retz an. Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 2018 Stift Geras, 2019 Stift Göttweig, 2020/21 Stift Melk, 2023 Kunstmuseum Waldviertel Schrems

Kunstwerke von Alexander Liedl