Herbert Schnepf
Herbert Schnepf zeichnet fast ununterbrochen und dies mit großer Leidenschaft und schier unerschöpflicher Ausdauer. Er bevorzugt dabei Bleistift, Buntstift, Faserstift aber auch Kugelschreiber und arbeitet auf Papier. Er ist fasziniert von der Technik, von Maschinen, Fahrzeugen oder Zügen. Seine Bilder zeigen oft die Kopplung der einzelnen Bauelemente einzelner Maschinen, sodass sich die Konstruktion durch die genaue Darstellung und Platzierung von Schrauben, Nieten oder Rädchen fast zu bewegen scheint – jede Bewegung eines Elementes bewirkt die Bewegung anderer Elemente. Seine regelrecht technischen Zeichnungen veranschaulichen Bewegung, aber auch diverse Verfahren wie etwa Schnapsbrennen. Auch hier zählt Schnepf zeichnerisch alle nötigen Inhalte, Zutaten, Werkzeuge dafür akribisch genau auf. Durch den Einsatz von Schriften, Ziffern, Zahlen oder Buchstaben, die in einem sich wiederholenden Rhythmus zu sein scheinen, kommt die Thematik der Aufzählung stark hervor. Schnepfs zarte Zeichnungen haben zugleich etwas sehr Plausibel-Logisches wie auch etwas sehr RätselhaftGeheimnisvolles – ein mysteriös technisches System.
© Ann Muller / Sladjana Visekruna
Biographie
1962 geboren. Er lebte bis zu seinem 51. Lebensjahr bei seiner Familie. 2013 nahm er ein Tagesbetreuungsangebot bei der Caritas in Retz wahr und begann, die Kunstgruppe Retz zu besuchen, wo er auf Grund seiner Begabung alsbald ein fixer Teil wurde (als einziger arbeitet er neben dem großen Tisch der Kunstgruppe auf einem eigenen Zeichentisch); er gehört auch zu jenen, die 2020/21 sehr stark unter der Covid-Krise litten. Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl) 2018 Stift Geras, 2019 Stift Göttweig, 2020/21 Stift Melk, 2023 Kunstmuseum Waldviertel Schrems
