Eine Frau und ein Mann stehen vor einem Bus

Caritas startet Winternothilfe und feiert 10 Jahre Kältetelefon

Obdachlosigkeit gibt es an 365 Tagen im Jahr. Doch mit den sinkenden Temperaturen ist das Leben auf der Straße besonders hart und gefährlich. „Wir haben uns schon seit dem Sommer auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, um jetzt gut in den Wintermodus starten zu können“, betont Klaus Schwertner, gf. Caritasdirektor der Erzdiözese Wien: „Die Tage und vor allem die Nächte werden jetzt wieder spürbar kälter. Umso wichtiger ist der offizielle Startschuss für unsere Winternothilfe, der nächste Woche fällt. Das bedeutet: Mehr Betten, mehr Streetwork und mehr Hilfe durch das Caritas Kältetelefon. Das Ziel ist klar: Wenn die Not steigt, muss auch die Hilfsbereitschaft steigen. Niemand soll in den kalten Winternächten auf der Straße schlafen müssen. Gelingen kann dies nur, wenn uns jetzt möglichst viele Wienerinnen und Wiener bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen. Halten wir zusammen und schauen wir aufeinander – besonders in Krisenzeiten.“

Mehr als 2.000 Plätze für Menschen in Not

In den Notschlafstellen und Wohnhäusern bietet die Caritas in Wien aktuell mehr als 2.000 Beherbergungsplätze, Verpflegung und Beratung für wohnungslose Frauen, Männer und Jugendliche. 129 dieser Plätze konnten im Rahmen der Winternothilfe gemeinsam mit dem Fonds Soziales Wien als Notquartiersplätze an mehreren Standorten aufgestockt werden. Der Bedarf ist groß, wie die aktuellen Anfragen an das P7, der zentralen Anlaufstelle der Caritas für wohnungslose Menschen in Wien, zeigen. Dieses Jahr haben sich bereits über 7.300 Menschen gemeldet, die dringend einen Schlafplatz benötigen oder Sorge haben, bald ihre Wohnung zu verlieren.

10 Jahre Caritas Kältetelefon – 43.582 Anrufe für Menschen in Not

Mit 2. November werden zum zehnten Mal auch die Leitungen des Caritas Kältetelefons wieder freigeschaltet. Waren es anfangs rund 500 Anrufe pro Wintersaison, haben die Wiener*innen allein im vergangenen Jahr über 8.000 Mal die Nummer 01/480 4553 angerufen. „Unglaubliche 43.582 Kältetelefon-Anrufe haben uns in den vergangenen zehn Jahren dabei geholfen, Menschen in Not zu unterstützen. Die Streetwork-Teams, die den Anrufen bei ihren täglichen Touren nachgehen, haben dabei etwa 1.134 wärmende Schlafsäcke verteilt, obdachlose Menschen 1.225 Mal in Notquartiere begleitet und unzählige Gespräche geführt“, so Schwertner. „Auf diese Anrufe, diese Hilfe der Bevölkerung, hoffen wir auch heuer wieder.“ Zudem werden Freiwillige, die Anrufe beim Kältetelefon entgegennehmen, noch dringend gesucht.

Streetwork Teams wieder täglich im Einsatz, Wärmestuben bauen Angebot aus

Die Streetwork Teams der Caritas sind mit Anfang November wieder täglich im Einsatz, um durch aufsuchende Sozialarbeit obdachlose Menschen in Notquartiere zu bringen und Menschen auf der Straße mit dem Nötigsten zu versorgen. Für das neue trägerübergreifende Projekt med4hope werden aktuell Ärztinnen und Ärzte gesucht, die bereit sind, gemeinsam mit den Streetwork Teams Menschen mit medizinischen Problemen zu helfen. „Mit unserem Louisebus, dem Medizinbus der Caritas, versorgen wir an fünf Tagen die Woche obdachlose Menschen und Menschen ohne Krankenversicherung. Wir haben aber gemerkt, dass es zusätzlich Bedarf für mobile medizinische Teams gibt, die das Streetwork unterstützen“, so Schwertner.

Weiterer Ausbau: 37 Wärmestuben in Vorbereitung

In Zusammenarbeit mit Wiener Pfarren und hunderten Freiwilligen öffnen darüber hinaus 37 Wärmestuben in den nächsten Wochen erneut ihre Türen. Über 1.000 freiwillige Helfer*innen sind für die Wärmestuben im Einsatz – sie kochen, backen, servieren Getränke und Speisen und bieten den Besucher*innen ein offenes Ohr. „Wir freuen uns sehr, dass wir die Wärmestuben in diesem Jahr ausbauen konnten. Es wird erstmals eine Wärmestube in Mödling in Niederösterreich öffnen. Auch eigene Wärmestuben für Frauen wird es heuer erstmals geben - mit Kinderbetreuung, frauenspezifischem Informationsmaterial und Hygieneartikeln zur freien Entnahme. Zusätzlich möchten wir auch vermehrt Speisen zum Mitnehmen anbieten“, so Maria Sofaly, die das Projekt leitet.

Caritas benötigt Spenden für Obdachlosenhilfe

Die Caritas bittet auch um Spenden für obdachlose Menschen. „Klar ist: Für zahlreiche Hilfsangebote sind Spenden überlebenswichtig. Jede Unterstützung, jede Hilfe zählt. Und jede Spende wärmt. Bitte vergessen wir gerade jetzt in der Krise nicht auf jene Menschen, die es besonders schwer haben“, sagt Schwertner.

Jetzt helfen:

  • Die Kältetelefonnummer 01/480 45 53 im Handy einspeichern und die Schlafplätze von obdachlosen Menschen melden. In medizinischen Notfällen ist wie auch bisher ausnahmslos die Rettung unter dem Notruf 144 zu alarmieren.
  • Mit dem www.wirhelfen.shop der Caritas ist Hilfe auch ganz einfach von Zuhause aus möglich: Schenken Sie ein warmes Getränk in einer Wärmestube, ein Paket mit Taschentüchern, Proviant und Süßem für obdachlose Menschen oder waschbare Wolldecken

Kontonummer:

Erste Bank
BIC: GIBAATWWXXX
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
Spendenzweck: Winternothilfe