Laut aktuellen UN-Berichten leiden im Südsudan rund 7,7 Millionen Menschen, etwa 57 Prozent der Bevölkerung, an akuter Ernährungsunsicherheit. In manchen Regionen herrscht bereits hungersnotähnliche Lage. Millionen Menschen mussten durch jahrelange Konflikte ihre Heimat verlassen, viele leben als Geflüchtete oder Binnenvertriebene. Besonders betroffen sind Kinder: Die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, die dringend Behandlung wegen akuter Mangelernährung benötigen, ist zuletzt auf rund 2,3 Millionen gestiegen. Ursachen sind andauernde Konflikte, Vertreibung, wirtschaftliche Krisen und Überschwemmungen.
In Rimenze im Südwesten des Landes setzen Caritas und die Partnerorganisation Solidarity with South Sudan auf nachhaltige Lösungen zur Ernährungssicherung. Herzstück des Projekts ist eine Schulungsfarm, auf der Kleinbäuer*innen nachhaltige Anbaumethoden, biologische Düngung, klimaangepasste Landwirtschaft und Maßnahmen zur Verringerung von Ernteverlusten erlernen. Das aktuelle Projekt läuft von Juli 2024 bis Juni 2027 und erreicht über drei Jahre 810 Haushalte in sechs Dörfern. Dadurch können Familien sich ganzjährig besser versorgen und Überschüsse auf lokalen Märkten verkaufen.
Besonders Frauen werden unterstützt, indem sie Einkommen aus Gemüseanbau und kleiner Landwirtschaft erwirtschaften können. 150 Frauen werden in nachhaltigem Gemüseanbau, Bewässerung, Mulchen, Fruchtfolge, biologischer Düngung, Schädlingsmanagement und Vermarktung geschult. Zusätzlich lernen ausgewählte Haushalte die artgerechte Haltung und Zucht von Schweinen und Ziegen. Im ersten Projektjahr wurden 60 Haushalte geschult und insgesamt 90 Schweine und 90 Ziegen verteilt. Ergänzend werden Community Animal Health Workers ausgestattet und begleitet, damit Tiergesundheit und Beratung langfristig in den Gemeinden verankert bleiben.