Die Klimakrise macht auch vor Österreich und Europa nicht Halt. Hitzewellen, Waldbrände und Extremwetterereignisse prägen zunehmend unseren Alltag. Noch dramatischer sind die Folgen jedoch bereits in Ländern des Globalen Südens: Im Südsudan etwa zerstören Dürren und Überschwemmungen Ernten, treiben Familien in die Armut und verschärfen den Hunger von Millionen Menschen. Darauf machen am Freitag 3.000 Kirchenglocken aufmerksam, die zeitgleich um 15 Uhr in 3.000 Pfarren in ganz Österreich für fünf Minuten läuten. „Die Klimakrise ist längst auch bei uns spürbar. Gleichzeitig erleben wir weltweit, dass jene Menschen am stärksten unter ihren Folgen leiden, die am wenigsten zu ihr beigetragen haben. Das ist eine Frage der globalen Gerechtigkeit und der Verantwortung füreinander“, sagt Erzbischof Josef Grünwidl.
Weltweit leiden aktuell 645 Millionen Menschen an Hunger. Das entspricht fast acht Prozent der Weltbevölkerung. „Hunger ist und bleibt eine der größten humanitären Herausforderungen unserer Zeit. Besonders dramatisch ist die Lage etwa im Südsudan, wo Konflikte, Armut und die Folgen der Klimakrise zusammenwirken und Millionen Menschen in existenzielle Not bringen“, betont Klaus Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, der gemeinsam mit Erzbischof Grünwidl die Glocken im Wiener Stephansdom erklingen lässt. „Hunger ist kein Naturgesetz und kein unabwendbares Schicksal. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Fortschritte möglich sind, wenn politischer Wille, internationale Zusammenarbeit und Solidarität zusammentreffen. Mit dem Glockenläuten wollen wir ein hörbares Zeichen setzen: Wir dürfen die vielen Menschen, die von Hunger betroffen sind, nicht vergessen. Jedes Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. Niemals dürfen wir dazu schweigen.“
Gerade jetzt braucht es globale Solidarität
Obwohl die Not in vielen Regionen der Welt massiv ist, geraten internationale Hilfsprogramme weiter unter Druck. Finanzielle Kürzungen treffen Menschen, die ohnehin ums tägliche Überleben kämpfen. „Gerade jetzt braucht es globale Solidarität statt Rückzug“, mahnt Schwertner. „Wenn Staaten ihre Unterstützung zurückfahren, trifft das die Ärmsten zuerst. Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind keine freiwillige Wohltat, sondern ein Ausdruck gemeinsamer Verantwortung. Unser Appell an die Bundesregierung lautet daher, dieses Engagement zu stärken – so wie es auch im Regierungsprogramm festgeschrieben steht – und den Kampf gegen Hunger konsequent zur politischen Priorität zu machen.“
Der weltweite Hunger ist 2025 zwar das dritte Jahr in Folge leicht zurückgegangen. Das zeigt, dass Fortschritte möglich sind. Gleichzeitig verschärft sich die Situation in vielen Regionen Afrikas weiter. Dort sind Menschen besonders stark von den Folgen der Klimakrise betroffen.
Hilfe für Familien im Südsudan
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt die Caritas gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen an der Seite der Menschen. „Im Südsudan erleben wir, wie sich Klimakrise und Armut gegenseitig verstärken. Wiederkehrende Überschwemmungen und lange Dürreperioden zerstören Ernten und verschärfen den Hunger. Als Caritas helfen wir unterernährten Kleinkindern in Ernährungszentren, ermöglichen Schulkindern täglich warme Mahlzeiten und unterstützen Familien mit Saatgut, klimaangepassten Anbaumethoden und Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft“, so Schwertner. Darüber hinaus unterstützt die Caritas Frauen dabei, eigene Einkommensmöglichkeiten aufzubauen und ihre Familien langfristig zu versorgen. Ziel ist es, Menschen dabei zu helfen, ihre Lebensgrundlagen zu sichern und widerstandsfähiger gegenüber den Folgen der Klimakrise zu werden. „Die Situation ist dramatisch, aber sie ist nicht hoffnungslos. Mit der Unterstützung der Spenderinnen und Spender können wir Menschen dabei helfen, Hunger zu überwinden und sich eine Zukunft aufzubauen. Jede Spende zählt und macht einen Unterschied“, so Grünwidl und Schwertner abschließend. „Das Glockenläuten erinnert uns daran, dass wir als globale Gemeinschaft miteinander verbunden sind. Wer heute unter Hunger leidet, braucht nicht unser Mitleid, sondern unsere Solidarität und konkrete Unterstützung“, ergänzt Erzbischof Grünwidl.
Spendenmöglichkeiten
Online spenden im wirhelfen.shop der Caritas:
- Mit 20 Euro schenken Sie Kindern im Südsudan warme Mahlzeiten für ein Monat
- Mit 25 Euro helfen Sie beim Bau eines Brunnens, um Schulkinder mit Trinkwasser zu versorgen
Caritas Spendenkonto
Erste Bank
BIC: GIBAATWWXXX
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
Kennwort: Hungerhilfe
Foto-Download: https://wolke.caritas-wien.at/s/6iJcoRExRCdjGNs (Passwort: Hungerhilfe)
