Zwischen Sparmaßnahmen, steigenden Lebenserhaltungskosten und wachsender Belastung – Caritas fordert politische Maßnahmen für Mütter und Alleinerzieherinnen.
Wenige Tage vor dem Muttertag macht die Caritas auf die anhaltend schwierige Situation von armutsbetroffenen Müttern und Alleinerzieherinnen aufmerksam. Denn während viele Familien den Tag mit Blumen und kleinen Gesten feiern, zeigt sich für zahlreiche Mütter ein anderes Bild: Steigende Lebensmittelpreise, hohe Wohnkosten und unzureichende Familienleistungen verschärfen die finanzielle Not – und treiben viele Mütter unter die Armutsgrenze. „In unseren Mutter-Kind-Häusern erleben wir täglich, wie stark die Belastung für Mütter und Kinder gestiegen ist. Auch viele ehemalige Bewohnerinnen bitten um Hilfe, weil Wohnen, Kinderbetreuung und Lebenserhaltungskosten für sie nicht mehr leistbar sind. Die Sorge, die Wohnung zu verlieren und nicht gut genug für ihre Kinder sorgen zu können, macht vielen Frauen sehr zu schaffen“, sagt Lydia Rössler, die das Caritas Mutter-Kind-Haus Immanuel leitet. Die aktuell veröffentlichten Armutszahlen der Statistik Austria zeigen deutlich: Frauen sind in der Armutsstatistik weiterhin überrepräsentiert. Rund 600.000 Frauen in Österreich gelten als armutsgefährdet, 121.000 davon sogar erheblich armutsbetroffen – sie können sich grundlegende Dinge nicht mehr leisten. Besonders betroffen sind Mindestpensionistinnen, Mehr Kind Haushalte und Haushalte mit einer weiblichen Hauptverdienerin. Auch am Arbeitsmarkt ist die Situation für Frauen aktuell angespannt. Caritasdirektor Klaus Schwertner betont: „Hunderttausende Frauen – besonders Mütter – kämpfen mit Einkommen, die nicht ausreichen, um sich und ihre Kinder gut zu versorgen. Gleichzeitig werden Familienleistungen gekürzt und dringend benötigte Valorisierungen ausgesetzt. Bei allem Verständnis dafür, dass gespart werden muss: Diese Frauen und ihre Kinder brauchen dringend mehr Unterstützung.“
Auch die Kabarettistin und Schauspielerin Caroline Athanasiadis unterstützt das Anliegen der Caritas und betont die gesellschaftliche Verantwortung: „Muttertag heißt für mich vor allem – hinschauen. Darauf, unter welchen Bedingungen viele Frauen Mutter sind. Deshalb ist es wichtig, dass wir Solidarität zeigen sowie jene stärken und unterstützen, die täglich ums Auskommen kämpfen, obwohl sie alles für ihre Kinder geben.“
Mütter und Kinder in Not: Forderung nach mehr Unterstützung
Die Caritas fordert nachhaltige politische Maßnahmen, um Mütter und Kinder wirksam vor Armut zu schützen und langfristige Perspektiven zu schaffen. „Die Zahlen zeigen unmissverständlich: Der Muttertag darf kein Symboltag bleiben. Alleinerziehende und ihre Kinder tragen das höchste Armutsrisiko in unserer Gesellschaft. Wenn wir nicht gegensteuern, werden sich diese Entwicklungen in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Wir brauchen daher wirksame und nachhaltige Unterstützung für Mütter in Not und ihre Kinder“, betont Schwertner. „Kinderarmut hat massive Langzeitfolgen – menschlich wie gesellschaftlich – und verursacht jährlich enorme Folgekosten. Frühzeitige Unterstützung wäre daher nicht nur menschlich, sondern auch ökonomisch klug.“ Der geplante Unterstützungsfonds für Alleinerziehende sei dabei ein wichtiger Schritt und besonders in den aktuell herausfordernden Zeiten ein positives Signal. Entscheidend ist jedoch, dass er rasch, unbürokratisch und verlässlich greift. Und dass an weiteren Maßnahmen mit Hochdruck gearbeitet wird: flächendeckende, leistbare Kinderbetreuung, die Anerkennung von Care‑Arbeit – etwa durch automatisches Pensionssplitting –, eine armutsfeste Sozialhilfe und vor allem ein klares politisches Bekenntnis, nicht auf dem Rücken von armutsbetroffenen Familien zu sparen.
Wirksame Hilfe: Caritas Mutter-Kind-Häuser und Muki-Mobil
In den Mutter‑Kind‑Häusern der Caritas finden Frauen und ihre Kinder ein vorübergehendes Zuhause sowie sozialpädagogische Begleitung – mit dem Ziel, wieder Stabilität zu gewinnen und den Weg in ein eigenständiges Leben zu schaffen. „An uns wenden sich Mütter, die nicht wissen, wo sie die Nacht verbringen sollen. Wenn diese Frauen in eines unserer Mutter-Kind-Häuser einziehen, haben sie viel hinter sich: Wohnungsverlust, Gewalt, Armut. Viele Mütter sind noch jung und allen ist gemein, dass sie kein soziales Netz haben, das sie trägt. Gleichzeitig sehen wir eine enorme Stärke und Motivation der Mütter, ihr Leben wieder selbstständig zu organisieren und neu aufzubauen – dabei unterstützen wir sie in unserer täglichen Arbeit“, schildert Rössler. Allein im letzten Jahr konnten in allen drei Mutter-Kind-Häusern der Caritas in Wien 66 Mütter und 107 Kinder aufgenommen und begleitet werden. Muki-Mobil, eine Beratungsstelle für ehemalige Bewohnerinnen, ist bereits seit 15 Jahren ein wichtiges Angebot im Haus Immanuel, das im Vorjahr von über 100 Frauen nach dem Auszug genutzt wurde.
Unterstützung und Spendenmöglichkeit
„Bitte schenken wir Müttern und ihren Kindern zum Muttertag ein bisschen Freude und Hoffnung. Zeigen wir, dass wir sie nicht alleine lassen und nehmen wir ihnen ein bisschen von der schweren Last, die sie das ganze Jahr zu tragen haben“, so Schwertner. Alleinerziehende Mütter und ihre Kinder können online über den wirhelfen.shop mit einem vollen Einkaufskorb, einem Windel-Abo oder einem Neuanfang im Mutter-Kind-Haus unterstützt werden. Die Caritas sammelt auch Sachspenden für armutsbetroffene Frauen und ihre Kinder, alle Informationen dazu unter fuereinand.at/muttertagssammlung.
Caritas-Spendenkonto:
Empfängerin: Caritas
Erste Bank
AT23 2011 1000 0123 4560
BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Mutter-Kind-Häuser
